Colombia erbebt: c-130h stürzt kurz nach start – 8 tote, 73 verletzte

Ein Lockheed C-130H Hercules der kolumbianischen Luftwaffe riss sich am Montagvormittag nur Minuten nach dem Start aus dem Himmel. 8 Menschen starben, 73 Soldaten werden verletzt, 15 davon schweben in Lebensgefahr. Die Maschine – 43 Jahre alt und seit 2020 im Einsatz der FAC – ging bei Puerto Leguízamo in Flammen auf.

Die ersten sekunden nach dem unglück

Laut Augenzeugen donnerte es zweimal. Erst das Triebwerk, dann die Munition im Frachtraum. Die Hercules FAC-1016 war mit zwei vollständigen Armeeplatoons an Bord, gerade von einem Kontrollflug an der ecuadorianischen Grenze zurück. Sie sollte nach Bogotá, stattdessen riss sie eine 300 Meter lange Brandspur in den Wald.

Die Rettung war ein Wettlauf mit der Zeit. 69 Menschen konnten die Helfer noch lebend aus dem Trümmerberg ziehen – mitten zwischen Splittern, brennendem Kerosin und Explosionen. „Der Gestank nach verbranntem Metall war kaum auszuhalten“, sagt der Sanitäter Carlos Villa, selbst nur mit einem Helm geschützt. Die Schwerverletzten werden per Hubschrauber nach Neiva und Bogotá geflogen, die Klinik von Puerto Leguízamo ist seit Stunden überlastet.

Die crew – ein name steht für alle

Die crew – ein name steht für alle

Major Jaime Alexander Fernández Camargo saß im linken Sitz. Er flog seit 18 Jahren C-130, seine Co-Piloten Jhonier Rodríguez und Julián González waren gerade erst auf das Modell umgeschult. Die Technikerin Natalia Rojas hinterließ einen zweijährigen Sohn. Elf an Bord, alle identifiziert, alle mit Familie in CATAM, der Militärbasis, die sie nie erreichten.

Altmetall statt air-lift

Altmetall statt air-lift

Die Hercules stammt aus dem Kalten Krieg: gebaut 1983 für die US-Air Force, 7.200 Flugstunden, 15.000 Landungen, dann an Kolumbien übergeben – als „Überbrückungslösung“. Präsident Gustavo Petro twitterte binnen Minuten: „Wir haben seit Monaten ein CONPES-Dossier zur Flottenerneuerung auf dem Tisch liegen. Die Bürokratie tötet.“ Verteidigungsminister Iván Velásquez muss nun erklären, warum die Wartung erst 2025 geplant war.

Blackboxen im feuergebiet

Die Unfallkommission DIACC spült Trümmer aus einem Bach, sucht nach den beiden CVR-Recordern. Erste Befunde deuten auf Triebwerksbrand in 1.500 Fuß Höhe hin, doch die Motoren waren 2019 generalüberholt worden. Die Frage lautet: Müdigkeit des Materials oder menschliches Versagen? Ein Gutachter verrät: „Die Triebwerksanzeige schaltete auf ‚Fire‘, bevor der Pilot den Kurs nach Bogotá bestätigen konnte.“

Die Air Force setzt inzwischen ihre verbliebenen drei C-130H aus. Für die 300.000 Soldaten im Land bedeutet das: weniger Luftbrücken, längere Straßenkonvois, höheres Risiko. Die Familien der Opfer warten vor der Torwache von CATAM auf Antworten. Die Hercules wird nicht das letzte Flugzeug sein, das Kolumbien aus der Luft reißt – wenn sich nichts bewegt, wird die Tragödie von Puerto Leguízamo nur die erste von vielen bleiben.