Coletta rydzek schlägt sich in lahti selbst – und frida karlsson läuft allen davon

Lahti – 13. Platz, persönliche Bestleistung, strahlendes Lächeln: Coletta Rydzek hat sich am Sonntag in Finnland selbst übertroffen. Die 28-jährige Oberstdorferin lief beim Weltcup über 10 km in der freien Technik in 25:57,6 Minuten auf Rang 13 – ihr bestes Karriere-Ergebnis über diese Distanz. Und das, obwohl sie sich selbst als „keine Distanzläuferin“ bezeichnet.

Frida karlsson dominiert, rydzek überrascht sich selbst

Die Schwedin Frida Karlsson nahm sich den Sieg wie selbstverständlich. In 25:57,6 Minuten ließ sie ihre Verfolgerin Linn Svahn (+4,1 Sekunden) und die US-Amerikanerin Jessie Diggins (+6,2 Sekunden) hinter sich. Für Karlsson war es der zweite Saisonsieg über die 10 km – und ein weiterer Beweis, dass sie in der Königsdisziplin derzeit unantastbar ist.

Rydzek hingegen war nach dem Rennen sichtlich überrascht. „Ich bin superhappy“, sagte sie im ZDF. „Ich laufe ja nicht so oft Distanzrennen. Ich bin zwar hintenraus ein bisschen gestorben, hatte aber auch Glück mit der frühen Startnummer.“ Die Oberstdorferin hatte sich in der Vorbereitung auf den Weltcup in Lahti bewusst auf kurze Distanzen konzentriert – und jetzt das beste Ergebnis ihrer Karriere über die 10 km eingefahren.

Deutsche skilangläufer im schatten der schwedinnen

Deutsche skilangläufer im schatten der schwedinnen

Hinter Rydzek war Helen Hoffmann die zweitbeste Deutsche. Die 24-jährige Thüringerin kam auf Platz 15 – ein ordentliches Ergebnis, aber kein Grund zum Jubeln. Die Olympiasiegerin von 2022, Katharina Hennig-Dotzler, enttäuschte auf ihrer Paradestrecke im klassischen Stil und wurde nur 23. „Mir haben ein paar PS gefehlt“, sagte sie nach dem Rennen. Die 29-jährige Dresdnerin hatte sich nach ihrer Bronze-Medaille im Teamsprint von Mailand eigentlich mehr vorgenommen.

Bei den Männern dominierte Johannes Hösflot Kläbo erneut. Der Norweger sicherte sich seinen 111. Weltcupsieg – nur drei Siege fehlen ihm noch zum Rekord von Marit Bjørgen. Bester Deutscher wurde Friedrich Moch auf Rang 34, mehr als eine Minute hinter Kläbo.

Lahti bleibt rydzeks persönliches glücksfeld

Lahti bleibt rydzeks persönliches glücksfeld

Für Rydzek ist Lahti mittlerweile ein zweites Zuhause. Bereits 2024 hatte sie dort erstmals das Podest erreicht, ein Jahr später folgte der erste Weltcupsieg ihrer Karriere. Jetzt das beste Distanz-Ergebnis. „Lahti ist einfach mein Ort“, sagt sie lachend. „Hier klappt’s einfach.“

Die Saison ist noch lang, aber Rydzek hat gezeigt: Sie kann mehr als nur Sprinten. Und das, obwohl sie sich selbst nie als Distanzläuferin verstanden hat. Die 13. Platz in Lahti ist kein Zufall – sondern das Ergebnis harter Arbeit und einer Portion Selbstvertrauen. Die Skilanglauf-Welt hat eine neue Konstante: Coletta Rydzek. Und sie ist noch lange nicht am Ziel.