Coi plantzt fußball-reform an: weltmeister-format für olympia?

Madrid – Ein Erdbeben in der Sportwelt? Der Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Juan Antonio Samaranch, hat in Madrid öffentlich seine Vorstellungen geäußert, das Fußballturnier bei den Olympischen Spielen dem Niveau einer Weltmeisterschaft anzunähern. Die FIFA, so scheint es, ist offen für die Idee – doch nicht jeder im Fußball ist begeistert.

Samaranchs coup: geopolitik und fußball

Samaranchs coup: geopolitik und fußball

Während eines Kolloquiums über „Geopolitik und Sport“ in Madrid deutete Samaranch an, dass die IOC-Verantwortlichen in enger Abstimmung mit FIFA-Präsident Gianni Infantino stehen. „Es gibt viele Forderungen von Seiten der FIFA, sowohl beim Frauenfußball als auch beim Futsal. Und wir möchten, dass das Senioren-Turnier der Männer etwas näher an die Weltmeisterschaft herangerückt wird“, erklärte er. Die Verhandlungen, so Samaranch, stünden bereits in den Kinderschuhen, doch er zeigte sich optimistisch, dass bald „wichtige Schritte“ unternommen werden könnten.

Konkret soll die Anzahl der teilnehmenden Männerteams bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 von 16 auf 12 reduziert werden, während die Frauenabteilung von 12 auf 16 Teams aufgestockt wird. Ein Schachzug, der die Debatte um die Zukunft des olympischen Fußballs neu entfacht.

Das Problem: Überlastung der Kalender

Doch nicht jeder teilt Samaranchs Euphorie. Javier Tebas, der Präsident von LaLiga, äußerte sich besorgt über die möglichen Auswirkungen auf die europäischen Ligen. „Ein stärkeres Gewicht des Fußballs bei den Olympischen Spielen würde die Kalender der nationalen Wettbewerbe noch weiter belasten“, warnte er. Tebas betonte, dass die Top-Ligen weltweit „Billionen von Euro generieren“ und eine weitere Umstrukturierung des Fußballs „das gesamte System durcheinanderbringen“ könnte.

Die Diskussion spitzt sich zu, da sich bereits abzeichnet, dass die Olympischen Sommerspiele in Zukunft möglicherweise im Herbst stattfinden werden, aufgrund des Klimawandels und der geografischen Gegebenheiten. Samaranch kündigte an, dass dies zu einer „erheblichen Komplikation“ der Sportkalender führen wird.

Die Frage, ob die Olympischen Spiele bald im Herbst stattfinden werden, beantwortete Samaranch mit einem entschiedenen „Ohne Zweifel.“

Es bleibt abzuwarten, ob die IOC und die FIFA einen Kompromiss finden können, der sowohl die Interessen des olympischen Geistes als auch die der nationalen Ligen berücksichtigt. Die kommende Zeit wird zeigen, ob Samaranchs Vision Wirklichkeit wird – oder ob Tebas Bedenken überwiegen.