Clyburn rettet barça vor verschlafenem sieg gegen efes
Will Clyburn war keine Viertelstunde vor Schluss noch der übliche Held, sondern der Notnagel. 21 Punkte, 16 davon nach der Pause, schoben Barça über die 78:71 gegen ein Anadolu Efes, das mit halber Besatzung und voller Verzweiflung kam. Der Sieg hält die Katalanen im Play-in-Rennen, doch der Nachgeschmack bleibt bitter: Wer so zittert, darf sich auf keinen Gegner verlassen.

Pascual bekommt die kurve – aber nur mit mühe
Xavi Pascual hatte 48 Stunden zuvor noch 76:95 gegen Real Madrid verdaut. Gegen Efes wechselte er dreimal die Verteidigungszone, doch die wahre Rettung war Clyburns Wurfhand. Im dritten Viertel brach Barça komplett ein: 15:24 im Quarter, sieben Ballverluste, davon zwei von Willy Hernangómez in 71 Sekunden. Die Muggel im Palau Blaugrana pfiffen, als Pascual ihnen die Einwechslung verweigerte – ein Moment, der alles über die aktuelle Stimmung sagt.
Die erste Hälfte war ein Lehrbuch: Shengelia punktete früh, Brizuela schaltete vom Bank aus den Turbo, 42:30 zur Pause. Doch Efes kam ohne Larkin, ohne Poirier, ohne Papagiannis – eigentlich ein Selbstläufer. Stattdessen erwachte Osmani mit 11 Punkten im dritten Abschnitt, und plötzlich war Barça die Mannschaft mit Katerstimmung. Die Verteidigung stand zwei Meter zu tief, der Rebound war Luftnummer. Beim 54:57 stand Pascual starr, Kaugummi im Mund wie ein Betonklotz.
Die letzten 100 Sekunden waren reines Kasino. Erst vergab Efes fünf Freiwürfe, dann warf Joel Parra den entscheidenden Offensiv-Rebound an Clyburn, der sofort foulte. 74:67. Als Satoransky 18 Sekunden vor Ende den zweiten Freiwurf versenkte, war die Halle endlich ruhig. Das 78:71 bringt Barça zwei Siege Vorsprung auf Dubai Basketball – und die Erkenntnis, dass Euroliga keine Schönheitswettbewerbe sind.
Die Zahlen lügen nicht: Barça traf nur 9 von 26 Dreiern, verlor 13 Bälle und kassierte 14 Offensiv-Rebounds. Bei vier der letzten fünf Spiele wartet jetzt direkte Konkurrenz: Partizan, Baskonia, Alba Berlin, Valencia. Wer so spielt, darf keinen Gegner unterschätzen. Clyburn trägt das Team derzeit auf seinen Schultern – aber Schultern können sich auch verrenken.
