Claude lemieux tot aufgefunden – nhl trauert um playoff-killer mit 60
Claude Lemieux ist tot. Der Mann, der in 234 Playoff-Partien 80-mal traf und vier Stanley-Cups mit vier verschiedenen Teams gewann, wurde am frühen Samstagmorgen in seinem Möbellager in Florida leblos aufgefunden. Die Behörden bestätigen: Suizid. Nur fünf Tage zuvor trug er im Bell Centre die Fackel der Montréal Canadiens.
80 Playoff-tore, 15 jahre in serie playoffs – jetzt stille
Die Zahlen sind schonungslos. 1.215 NHL-Spiele, 379 Tore, 1.756 Strafminuten und eine Quote, die ihn unter die Top-10 der Playoff-Killer katapultiert. 1995 erhielt er den Conn-Smythe-Trophy, nachdem er für die New Jersey Devils in 20 Postseason-Spielen 13-mal einnetzte. Drei Jahre später biss er Kris Draper im Boarding-Bereich, wurde 12 Spiele gesperrt – und blieb trotzdem Lieblingsschurke der Liga.
Die letzte öffentliche Szene passt ins Bild: Lemieux schlenderte mit der olympischen Fackel durch das Eis, das ihm 1986 den ersten Titel bescherte. Fans skandierten seinen Namen. Niemand ahnte, dass es ein Abschied war.

„Er war die seele von andros home“ – familie findet leiche
Gegen 3 Uhr nachts alarmierte ein Sohn die Behörden, weil sein Vater nicht nach Hause kam. Beamte des Palm-Beach-Sheriffs rückten an und trafen im Lager der Andros Home auf die Leiche des 60-Jährigen. Das Unternehmen, das er mitaufgebaut hatte, veröffentlichte umgehend eine Traueranzeige: „Claude war eine außergewöhnliche Seele, deren wir das, was wir heute sind, verdanken.“
Die NHL reagiert mit einer knappen Gedenkseite. Commissioner Gary Bettman spricht von „einem der besten Big-Game-Player aller Zeiten“. Mehr bleibt ungesagt. Die Liga, die ihn jahrzehntelang als Buhmann und Helden zugleich inszenierte, schweigt über die Umstände.

Vier cups, vier städte – und ein leben danach
Montreal 1986, New Jersey 1995, Colorado 1996, wieder New Jersey 2000. Kein Spieler seiner Generation schrieb sich so oft in die ewige Liste ein. Nach seinem Karriereende 2009 versuchte sich Lemieux als Investor und Reality-TV-Produzent. Das Möbelgeschäft in Jupiter, Florida, wurde zum Rückzugsort. Dort sollte er eigentlich seine Ruhe finden.
234 Playoff-Einsätze. Platz 6 in der ewigen Bestenliste. Die Statistik bleibt, der Mensch ist fort. Die NHL geht weiter, aber an jedem Frühling, wenn das Eis dampft und die Scheiben in den Winkel zischen, wird jemand fragen: „Wo ist eigentlich der mit der lächelnden Fratze und dem Eis in den Adern?“ Die Antwort heißt: In den Geschichten, die wir erzählen, und in der Stille, die er hinterließ.
