Chingotto und galán schlagen in miami zurück – ist der thron jetzt in reichweite?

Die Nummer-eins-Herrschaft von Arturo Coello und Agustín Tapia bekommt Risse. Im P1 von Miami schleuderten Alejandro Galán und Federico Chingotto die „Golden Boys“ mit 7:5, 3:6, 6:3 aus dem Turnier – und warfen der Liga eine Frage vor, die seit zwei Jahren niemand stellte: Wie lange hält die Unbesiegbarkeit noch?

Ein satz, der alles veränderte

Die erste Runde in Florida war ein Spiegelbild der vergangenen Saison. Coello/Tapia holten sich zwar die Titel in Riyadh und Paris, doch jedes Match war ein Abnutzungskampf. Chingotto und Galán dagegen liefen durch das Tableau wie durch einen Trainingstag. Im Viertelfinale zerlegten sie Lebrón und Di Nenno in 63 Minuten, im Halbfinale schossen sie 27 Gewinnbälle gegen Yanguas und Garrido. Die Statistik lügt nicht: 83 % Erfolgsquote am Netz, 91 % Punktgewinn auf dem ersten Aufschlag. Zahlen, die man sonst nur aus den Analytics der Coello/Tapia-Blütezeit kannte.

Doch die Final-Fissur kam im dritten Satz. Bei 3:3 wehrte Galán mit einem Backhand-Parallelpass die Tapia-Bombe ab, schlug im Gegenzug die Bande und brach zum 4:3 auf. Coello warf den Schläger, Tapia schlug sich auf die Stirn – ein Bild, das man sich vor zwölf Monaten nicht vorstellen konnte. Das 6:3 im Match-Tiebreak war nur noch Formsache.

Die achillesferse der golden boys

Die achillesferse der golden boys

Die Bilanz spricht weiter für Coello und Tapia: 21 Finalsiege in 32 Duellen. Doch die Tendenz kippt. Seit dem vergangenen Oktober verloren sie vier der letzten sieben Aufeinandertreffen, zwei davon in jeweils drei Sätzen. Ihre Serve-and-Volley-Quote brach in Miami auf 58 % ein – 17 Prozentpunkte unter Saison-Durchschnitt. Coello sprach hinterher von „kleinen Zweifeln“, Tapia gestand: „Wir sind momentan berechenbarer.“

Die Weltauswahl schaut auf Doha. Das verschobene Major in Katar könnte die Rangpunkte-Odyssee entscheiden: Coello/Tapia führen mit 18.420 Punkten, Chingotto/Galán folgen bei 12.960. Ein Sieg dort würde 2.000 Zähler bringen – und die Lücke auf 3.460 schrumpfen lassen. Noch nie war die Differenz so klein.

Die Königsklasse bekommt eine neue Farbe. Galán sagte nach dem Match: „Wir haben nichts erfunden, wir haben nur gelernt, ihre Angst zu riechen.“ Chingotto fügte hinzu: „Wenn du zweimal an der Grenze scheiterst, kennst du den Weg zum Gipfel.“ Der nächste Aufschlag kommt in zwei Wochen. Und diesmal sind sie nicht die Jäger – sondern die Schatten, die den Thron schon berühren.