Chiki rettet cartagena in der 90. minute – endlich wieder sieg im estadio cartagonova
Der FC Cartagena hat geatmet. Und wie. Chiki zog in der Nachspielzeit den Kopf hoch, ließ den Ball von Nacho Martínez aufsetzen und schob ein, als das 0:0 schon im Rucksack der Gäste aus Sanlúcar de Barrameda verstaut schien. 1:0. Der Schiri piff nicht mehr. Die Anzeigetafel stand auf 90+4, das Stadion kochte, und plötzlich war die Negativserie von vier Partien ohne Dreier nur noch ein Schatten.
Die szene, die alles zerbröselte
Atlético Sanluqueño hatte sich 89 Minuten lang tapfer verbarrikadiert, das 4-4-2 funktionierte wie ein Reißverschluss. Doch dann fiel der Riegel. Nacho Martínez – bis dahin eher Defensivanker als Flankengeber – spürte die Lücke, sprintete links außen, schickte eine scharfe Hereingabe quer durch den Fünfer. Chiki war einen Schritt schneller als Pavón, traf links unten, knallhart. Das Tor war seine vierte Saisonbeteiligung, aber die erste, die direkt die Tabelle bewegt. Statt auf Platz 14 rutscht Cartagena auf 11, nur zwei Punkte hinter dem Aufstiegsrelegationsplatz.
Trainer Iñigo Vélez hatte schon die Hände in den Jackentaschen vergraben, als seine Stürmer plötzlich übers Feld stürmten. „Wir haben die ganze Woche an dieser Situation gearbeitet“, sagte er später. „Spät kommen, Kopf hoch, Ball rein – das war kein Zufall, das war Training.“

Der lange weg zum glück
Die Partie selbst war lange ein Krampf. Cartagenas 3-5-2 wollte Tempo, Sanluqueños Viererkette blockte konsequent. Die erste echte Chance fiel erst nach einer halben Stunde: Luismi Redondo setzte Kevin Sáncertz, doch Rubén Domínguez klärte mit den Fingerspitzen. Es blieb die einzige Szene, die das Publikum auf die Beine brachte – bis zur 90. Minute.
Aridane und Rubén Serrano standen tief, hielten die Zentrale dicht. Lucho García im Kasten musste nur zweimal eingreifen, beide Male gegen Rodri, beide Male sicher. Gelbe Karten gab es für Pablo Larrea und Nacho Martínez auf Seiten der Hausherren, für Twizard, Raúl Sola und Ronald auf Seiten der Andalusier. Doch Karten zählen nicht in der Tabelle. Tore schon.
Chiki war es auch, der in der 75. Minute einen Kopfball knapp über die Latte setzte. „Wenn du als Stürmer läufst, aber der Ball nicht reinfallen will, zweifelst du“, sagte er. „Deshalb habe ich mir gesagt: Nächste Chance, einfach machen.“

Was die zahlen nicht sagen
Statistiken zeigen 15:6 Torschüsse, 63 Prozent Ballbesitz, 12 Ecken gegen zwei. Doch sie zeigen nicht, wie schwer der Ball durch die Reihen ging, wie lange die Nervosität in den Oberschenkeln brannte. Cartagena hatte in den vorangegangenen vier Spielen nur zwei Punkte geholt, das Stadion drohte sich zu drehen. Genau diese Last lag heute auf den Schultern – und fiel in der Nachspielzeit ab.
Für Sanluqueño bleibt die Erkenntnis, dass Disziplin allein keine Punkte bringt. Trainer Pedro Mateos hatte seine Mannschaft auf Nichtangriff programmiert, wechselte spät Doppeltausch und Stürmer, um Zeit zu schinden. Die Taktik zog bis zur letzten Sekunde – dann riss der Faden.
Der Sieg bringt Cartagena 42 Punkte, nur zwei weniger als der Relegationsrang. Die Saison ist noch acht Spiele lang. Chiki wird wieder anlaufen, Nacho Martínez wird wieder flanken, und niemand im Estadio Cartagonova wird mehr von Bremsen sprechen. Der Knoten ist geplatzt – mit einem Schlag, mit einem Tor, mit einem Atemzug, der bis in die Nacht hallte.
