Chemie leipzig plant derby-coup gegen lok: jena lauert auf patzer

Der 29. Spieltag der Regionalliga Nordost droht Spitzenreiter 1. FC Lok Leipzig zum Greuel zu werden. Im Alfred-Kunze-Sportpark empfängt die formstarke BSG Chemie ihren Rivalen – mit dem Selbstvertrauen eines 5:0-Sieges im Gepäck und dem Wissen, dass ein Sieg Carl Zeiss Jena die Meisterschaft noch einmal aufreißt.

Die grün-weiße wundertüte

Nach dem Last-Minute-Ausgleich in Altglienicke und dem Debakel von Hertha Zehlendorf schrumpfte Chemies Rückstand auf den rettenden 15. Platz auf drei Zähler. Trainer Alexander Schmidt spricht von „neuem Selbstvertrauen“, doch die Zahlen warnen: In den letzten fünf Pflichtspielen gegen Lok kassierte seine Mannschaft 14 Gegentore – und erzielte nur eines. Die Trendwende gelingt nur, wenn das Mittelfeld die Räume zuschnürt, die Lok ohne Top-Torjäger Stefan Maderer nun erst recht sucht. Der Stürmer fällt mit einem Haarriss der Ferse aus, ein Ausfall, der die Probstheidaer Angriffsreihe entzweit.

Doch Chemie hat nichts zu verlieren. Die Tabellensituation erlalicht keine Rechnerei, nur Siege zählen. Die Leipziger Fans wissen: Ein Erfolg im Derby würde nicht nur die eigenen Abstiegsängste besiegen, sondern auch Jena zum Aufstiegs-Thriller verhelfen.

Jena reist als geisterfahrer

Jena reist als geisterfahrer

Während Lok auf Beton stellt, düst Carl Zeiss Jena mit Vollgas Richtung Spitze. Die 5:1-Demontage des FSV Zwickau war keine Eintagsfliege, sondern die dritte Gala innerhalb von acht Tagen. Emeka Oduah erzielte einen Dreierpack, Volkan Uluc lobte „eine 1-A-Leistung“. Die Thüringer liegen nur drei Punkte hinter Lok, haben das bessere Torverhältnis und spielfreie Bahn, weil der Spitzenreiter direkt punktgleich ist.

Am Sonntag gastiert Jena beim BFC Preussen auf dem kleinen, schlecht bespielbaren Platz in Berlin-Wilmersdorf. Uluc warnt vor „Naivität“, doch seine Mannschaft ist gewarnt: Verliert Lok in Leipzig, übernimmt Jena vorübergehend die Tabellenführung. Die Rechnung ist simpel – und brandgefährlich für die Probstheidaer.

Die Regionalliga Nordost spielt verrückt. Drei Spieltage vor Schluss kann der Meister noch von drei Teams kommen. Lok Leipzig muss im Alfred-Kunze-Sportpark beweisen, dass sie auch ohne Maderer die Nerven behält. Chemie will das unmögliche Ding. Und Jena? Die warten in der Hauptstadt nur auf das Signal aus Leipzig. Kick-off Sonntag, 14 Uhr – dann entscheidet sich, ob die Titelrenne noch einmal richtig ins Stolpern gerät.