Chelsea im freien fall: roseniors rauswurf ist nur die spitze des eisbergs

London steht Kopf. Nach nur 106 Tagen am Ruder muss Liam Rosenior seinen Job als Chelsea-Coach räumen. Die Bilanz ist jämmerlich: Fünf Liga-Pleiten in Serie, kein eigenes Tor. Doch das eigentliche Problem liegt tiefer – ein Chaos, das sich seit Monaten an der Stamford Bridge zusammenbraut und nun seinen Höhepunkt erreicht.

Die eigentümer im visier: "die dümmsten im raum"

Die englische Presse schlägt hart gegen die Eigentümer von BlueCo zu. Die BBC spricht von einem „Denkmal aus Dysfunktionalität und Chaos“, das durch die fragwürdige Strategie von Behdad Eghbali und Todd Boehly errichtet wurde. Der Guardian kritisiert eine Führung, die „so seltsam“ sei, dass sie an ein öffentliches Kunst-Happening erinnere – ein verzweifeltes Unterfangen, um die Leere des modernen Fußballs zu kaschieren.

Die Entlassung Roseniors ist dabei nur ein Symptom. Goal betont, dass der Trainer lediglich „ein Symptom der umfassenderen und tiefer liegenden Probleme“ der Blues sei. Stattdessen geraten die Stars selbst in den Fokus. The Sun sieht in Enzo Fernández und Marc Cucurella „egoistische Stars“, die das eigentliche Übel darstellen. Eine Ansicht, die von vielen Fans und Experten geteilt wird.

Die Entscheidung, Rosenior zu verpflichten, wird als der größte Fehler der vergangenen vier Jahre gewertet. Er wurde anscheinend ohne die notwendige Erfahrung auf höchster Ebene ins kalte Wasser geworfen – ein Fahrschüler am Steuer eines Ferraris, wie es BBC Sports treffend formuliert.

Ein kader voller unzufriedenheit und meuterei

Ein kader voller unzufriedenheit und meuterei

Auch die interne Lage ist angespannt. The Independent berichtet, dass Rosenior „nie die volle Kontrolle über die Mannschaft“ hatte und ein Teil der Mannschaft kurz vor einer Meuterei stand. ESPN erinnert daran, dass die anfängliche Verbindung zwischen Rosenior und dem Verein sich in einen „Albtraum“ verwandelt hat. Der Trainer, der offensichtlich ein ehrlicher und kompetenter Mensch ist, hatte schlichtweg keine Chance, unter diesen Bedingungen erfolgreich zu sein.

Die Situation erinnert an den Untergang der Titanic – eine nette Ironie, wenn man bedenkt, dass dem Projekt Chelsea nun ein ähnliches Schicksal droht. Die Frage ist nicht, ob Chelsea den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit vermeiden kann, sondern wie tief der Fall noch sein wird. Der Sommer verspricht turbulent zu werden, und die Zukunft des Vereins hängt in der Schwebe.

Die Entlassung von Rosenior mag kurzfristig für Ruhe sorgen, doch sie ändert nichts an der fundamentalen Fehlentscheidung der Eigentümer. Chelsea befindet sich in einer existenziellen Krise, und die Zeichen stehen schlecht.