Champions-league-finale verpasst: war der schiedsrichter wirklich schuld?
München – Der FC Bayern München muss die Champions League verabschieden. Das 1:1 gegen Paris Saint-Germain reichte nicht für den Einzug ins Finale, und die Diskussionen um die Leistung von Schiedsrichter Joao Pinheiro brodeln bereits. Während Vincent Kompany, der Trainer der Münchner, die Brisanz herunterspielen wollte, scheint im Münchner Machtzentrum die Unzufriedenheit deutlich größer zu sein.
Umstrittene entscheidungen prägen den abend
Schon während des Spiels sorgte Pinheiro für Unmut auf den Rängen und der Trainerbank. Ein besonders strittiger Moment war das Handspiel von Joao Neves im Strafraum von PSG. Der Portugiese touchierte den Ball mit seinem ausgestreckten Arm, doch ein Elfmeterpfiff blieb aus. Kompany kommentierte die Szene bei DAZN mit den Worten: „Das ist bisschen Quatsch, das ist Blödsinn.“ Der FCB-Coach spielte auf die Regelauslegung an, die in dieser Situation viele Fragen aufwirft.
Doch auch die Pariser hatten Grund zur Klage. Nur wenige Minuten zuvor stand ein Handspiel von Konrad Laimer im Raum, gefolgt von einem klaren Handspiel von Nuno Mendes, der bereits gelbverwarnt war. Pinheiro entschied auf Freistoß für Paris, sah aber offenbar ein Handspiel von Laimer. Eine Fehlentscheidung, wie viele Experten einhellig anmerken. Hätte Pinheiro auf den Handball von Mendes entschieden, wäre der PSG-Spieler vom Platz geflogen und hätte möglicherweise das Spiel für seine Mannschaft entschieden. Laimer selbst äußerte sich in diesem Zusammenhang verärgert: „Ich berühre ihn am Körper, will den Ball vorbeilegen und er spielt ihn klar mit der Hand weg. Das ist wahrscheinlich eine klare Gelbe Karte.“
Sportvorstand Max Eberl zeigte sich ebenfalls irritiert: „Ehrlicherweise habe ich das Handspiel von Konni nicht gesehen, das andere war relativ eindeutig.“ Die beiden Handspiel-Vorfälle, kombiniert mit der umstrittenen Nachspielzeit, ließen den Bayern-Trainer nachdenklich erscheinen.

Nachspielzeit und kimmichs reaktion
Neben den Handspiel-Entscheidungen sorgte auch die Länge der Nachspielzeit für Kritik. Joshua Kimmich kochte nach dem Abpfiff förmlich und wurde dafür mit einer Gelben Karte bestraft. Kompany deutete an, dass die Zeitverschiebung durch unnötige Bodenkontakte der Spieler entstanden sei. „Wenn zwei, drei, vier Spieler unnötig auf dem Boden liegen, hast du die fünf Minuten nicht gespielt“, so der Belgier. Auch er suchte das Gespräch mit Pinheiro, um seine Sichtweise darzulegen.
CEO Jan-Christian Dreesen ging sogar noch weiter: „Es ist mindestens erstaunlich, dass ein Schiedsrichter mit nur 15 Champions-League-Einsätzen so ein Spiel leiten darf. Und das erklärt dann vielleicht auch so manchen Pfiff.“ Ein deutlicher Seitenhieb auf die FIFA, die Pinheiro für die Weltmeisterschaft nominiert hat.
Letztlich muss der FC Bayern eingestehen, dass nicht allein Joao Pinheiro für das bittere Ausscheiden verantwortlich war. Manuel Neuer betonte nach dem Spiel ebenfalls, dass die Mannschaft noch an sich arbeiten muss. Doch die fragwürdigen Entscheidungen des Schiedsrichters trugen zweifellos zu einem frustrierenden Abend für die Münchner bei und lassen die Frage nach der Qualität der Schiedsrichterauswahl in der Champions League aufkommen.
