Champions league: deutsche handball-elite vor hürden
Die kommende Champions League Saison steht vor der Tür und für die deutschen Handball-Topteams Füchse Berlin, SC Magdeburg und MT Melsungen gilt es, sich in hochkarätigen Gruppen zu beweisen. Die Auslosung am Freitag offenbarte eine schwere Aufgabe für alle drei Bundesligisten, doch das Weiterkommen ist keineswegs ausgeschlossen – vorausgesetzt, sie nutzen ihre Chancen.
Berlin muss sich gegen europäische schwergewichte behaupten
Die Berliner Füchse, frisch von einem Platz im Final Four, wurden in Gruppe A mit dem ungarischen Serienmeister One Veszprem HC, dem portugiesischen Vizemeister FC Porto und dem serbischen Vertreter Partizan Belgrad konfrontiert. „Die Chancen, die wir haben, sind realistisch. Eine leichte Gruppe gibt es in der Champions League sowieso nie“, so Füchse-Trainer Nicolej Krickau, der sich auf eine intensive Gruppenphase einstellt. Der Druck ist hoch, doch die Berliner sind hungrig und wollen an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen.

Melsungen erlebt premiere mit stolz und respekt
Für MT Melsungen ist es eine Premiere: Die erste Teilnahme an der Champions League überhaupt. In Gruppe B trifft das Team aus Nordhessen auf den französischen Vizemeister HBC Nantes, Vardar Skopje aus Nordmazedonien und Wisla Plock aus Polen. „Wir sind überglücklich, dabei zu sein“, betonte MT-Sportvorstand Jesper Larsson. „Wir werden unsere Aufgaben demütig und mit Respekt angehen.“ Die Hessen wollen zeigen, dass sie in der europäischen Elite mithalten können – auch wenn der Weg dorthin steinig sein wird.
Magdeburg im kampf um die plätze
Der dreimalige Titelträger SC Magdeburg hat in Gruppe F ebenfalls starke Gegner zugeteilt bekommen: den polnischen Meister Industria Kielce, den norwegischen Klub Kolstad Handball und den Schweizer Neuling HC Kriens-Luzern. Die Magdeburger wissen, dass sie sich in dieser Gruppe schlagen müssen, um einen der begehrten Plätze in der Hauptrunde zu erreichen. Die neue Gruppenstruktur mit insgesamt 24 Teams und einer anschließenden Hauptrunde verspricht spannende Duelle und eine längere Entscheidungsphase.
Ein neues format, neue möglichkeiten
Die Champions League 2026/27 wird erstmals im neuen Format ausgetragen. Sechs Gruppen mit je vier Teams treten in der Vorrunde an, die besten beiden Teams jeder Gruppe ziehen in die Hauptrunde ein, während die Teams auf den Plätzen drei und vier in die European League wechseln. Die Hauptrunde wird in zwei Sechsergruppen gespielt, aus denen die jeweils vier besten Mannschaften ins Viertelfinale einziehen. Das Finale wird am 12. Juni 2027 in der Lanxess Arena in Köln ausgetragen.
Neben den Herren-Wettbewerben gibt es auch Änderungen im Frauenbereich. Die deutsche Pokalsiegerin Borussia Dortmund trifft in der Gruppenphase auf den dänischen Meister Team Esbjerg, den ungarischen Vizemeister Ferencvaros Budapest und weitere internationale Schwergewichte. Die Final Four der Frauen findet am 29. und 30. Mai 2027 in Budapest statt.
Die Handball-Saison 2026/27 verspricht, aufregend zu werden. Mit den deutschen Teams in der Champions League sind wir gespannt, welche Erfolge sie in Europas höchster Spielklasse erzielen werden. Die Vorzeichen stehen gut – jetzt gilt es, auf dem Platz zu zeigen, was in ihnen steckt.
