Celtics-bus wird zur catan-falle: hugo gonzález schleppt das spiel, das er hasst
Hugo González trägt das Brett, das ihn ausschließt. Der spanische Guard der Boston Celtics ist der Novize, der Catan in jede Flughafenhalle schleppt – und dabei die einzige Stimme im Kader, die das Spiel offen verabscheut.

„Ich bin der, der catan hasst“
Die Worte stammen aus dem eigenen Mund, zitiert von Celtics Blog. González, frisch aus Madrid, landete in einem Club, dessen Kabine sich nicht mehr mit Playbooks, sondern mit Rohstoffkarten verbarrikadiert. Während Payton Pritchard, Derrick White, Jordan Walsh, Ron Harper Jr. und Neemias Queta um die Insel buhlen, bleibt González außen vor – offiziell als Transporteur, real als Statist.
Die Regel ist so alt wie die NBA-Saison: Der Jüngste kümmert sich um das Equipment. Bei den Celtics bedeutet das: 2,5 Kilogramm Pappe und Holz, damit die Veteranen auf 10.000 Metern Höhe Kolonien errichten können. González erfüllt seine Pflicht, doch seine Haltung ist klar. „Es ist mehr ein Strategiespiel, mehr mental“, sagt Pritchard stolz. „Ich gewinne etwa 60 Prozent meiner Partien.“ González antwortet mit Schweigen und einem Blick, der verrät: Er würde das Brett am liebsten irgendwo in den Atlantic Ocean kippen.
Die Ironie ist perfekt: Der Mann, der beim Real Madrid als eiserne Bank galt, wird in Boston zur lebenden Schutzwand gegen Langeweile – ohne je selbst einen Zug zu machen. Während die Celtics um die Spitze im Osten kämpfen, spielt sich hinter verschlossenen Bus-Türen ein Mikrokosmos ab, der die Hierarchie des Teams spiegelhart offenlegt. Der Novize trägt, die Stars bauen. Und Catan? Catan bleibt die Insel, auf der Hugo González nie anlegen darf.
Die Saison ist lang, die Flüge noch länger. González wird weiter das Brett halten, die Karten sortieren, die Sieger anfeuern. Aber wenn das Flugzeug irgendwann in den Turbulenzen zittert, wird vielleicht ein kleiner Wunsch durch seinen Kopf gehen: dass genau dieses eine Spiel mal vom Tisch fällt – und mit ihm die Last, die er nicht einmal spielen darf.
