Celta de vigo kassiert 0:3-krimi gegen alavés und lernt die harte fußball-lektion
Von einem 3:0-Festival zur 3:4-Pleite in 60 Minuten: Der Celta de Vigo lieferte am Sonntagabend die mit Abstand irrste Partie der laufenden LaLiga-Saison ab und musste trotz eines Doppelpacks von Ferran Jutglà dennoch mit leeren Händen dastehen. Die Galicier verpassten damit nicht nur die vorzeitige mathatische Qualifikation für den internationalen Wettbewerb, sondern auch die Möglichkeit, ihre beste Hinrunde seit 2016 zu krönen.
3:0 Nach 30 minuten – und dann der kollaps
Trainer Claudio Giráldez hatte vor dem Anpfiff neun Wechsel vorgenommen, um seine Startelf fit für die englischen Wochen zu halten. Die Rechnung schien aufzugehen: Jutglà traf zweimal, Hugo Álvarez erhöhte auf 3:0, Balaídos tobte. Doch die Vigo-Defensive schaltete im Anschluss auf Sparflamme, Alavés kam durch Luis Rioja, Kike García und zwei späte Treffer von Samu Omorodion zurück. Die xG-Kurve kippte in der 82. Minute erstmals zugunsten der Basken – ein seltenes Beispiel dafür, wie Statistik und Emotion auf dem Rasen zusammenlaufen.
„Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen“, sagte Jutglà nach der Partie. „Statt weiterhin den Ball laufen zu lassen, sind wir nur noch hinterhergewetzt. Das ist die bitterste Niederlage, die ich in meiner Karriere erlebt habe.“ Der Katalane hatte mit seinen Treffern Nummer sieben und acht der Saison eigentlich den Matchball auf dem Fuß, doch am Ende zählte nur der Platzsturm der Alavés-Fans.

Verletzungs-sorgen um keeper radu
Die Probleme summieren sich: Torhüter Andrei Radu musste die letzten 20 Minuten mit einer Oberschenkelprellung durchstehen, weil Giráldez seine Wechsel bereits verbraucht hatte. Eine MRT-Untersuchung am Montag wird Klarheit bringen, doch sein Einsatz in den Länderspielen Rumäniens steht auf der Kippe. Der Celta droht damit neben den zwei Punkten auch noch der zweite Keeper auszufallen – und das, obwohl die Mannschaft mit 43 Zählern bereits die vorläufige Qualifikationsmarke für den Klassenerhalt erreicht hat.
Giráldez betonte nach Abpfiff erneut, dass die 43-Punkte-Vorgabe nichts mit Realität zu tun habe: „Unsere Identität ist nicht die Tabelle, sondern die Art, wie wir Fußball spielen. Heute haben wir vergessen, wer wir sind.“ Der Coach wird in der Länderspielpause seine Defensivarbeit intensivieren müssen, denn in den letzten fünf Partien kassierte Celta bereits zehn Gegentore – so viele wie in den zehn Spielen zuvor zusammen.
Die Saison bleibt trotz des Debakels fantastisch, doch die Warnung ist eindeutig: Wer in der Primera División nur 45 Minuten lang Gas gibt, bekommt den Spiegel vorgehalten. Für Vigo ist die Lektion klar: Anstatt nach Europa zu schielen, gilt es erst einmal, die eigene Stärke wiederzufinden. Der Weg ist lang, aber der Kurs steht – und der führt zurück auf den Trainingsplatz.
