Catanzaro befreit sich mit 4:2-kantersieg und schießt sich in die playoffs
42 Tage hat es gedauert. 42 Tage ohne Sieg, vier Remis, eine Niederlage – und dann dies: Der FC Catanzaro wirbelt den Ligaletzten Spezia Calcio mit 4:2 davon und nagelt sich vor eigenem Publikum fest auf Rang fünf. Die Playoff-Tür steht offen, die Luft riecht plötzlich nach Serie A.
Pittarello trifft doppelt und beendet den fluch
Der Matchplan von Trainer Alberto Aquilani war klar: früh drücken, Spezias passive Abwehrketten zerreißen. Es funktionierte. Bereits in der 24. Minute köpft Luca Petriccione nach Eckball von Fellipe Jack zur Führung ein. Doch der Gegner antwortet – wie so oft in den vergangenen Wochen. Mattia Valoti nutzt einen Schnitzer in der Catanzaro-Deckung, trifft zum 1:1 (44.).
Die Kabine bringt keine Beruhigung, sondern Wut. Nach Wiederanpfiff drehen die Giallorossi auf. Jack, selbst einst bei Spezia gescheitert, schießt aus 16 Metern zur erneuten Führung (63.). Dann übernimmt Tommaso Pittarello das Kommando. Der 26-Jährige verwandelt in der 79. und 82. Minute – ein Linksschuss aus spitzem Winkel, ein Volley aus der Drehung. Zehn Saisontreffer, persönliche Bestmarke, Spiel entschieden.
Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit netzt Gianluca Lapadula per Nachschuss nach verschossenem Elfmeter noch das 2:4 – Schönheitskorrektur für die Gäste, nicht mehr.

Spezia steht mit 33 punkten am abgrund
Für Spezia tickt die Uhr. 180 Minuten sind noch zu spielen, der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt fünf Zähler. Coach Luca D’Angelo stemmt sich nach dem Abpfiff gegen die Kamera: „Wir haben Chancen kreiert, aber jedes Mal das Nachsehen, wenn Catanzaro umschaltet.“ Die Statistik ist gnadenlos: 18 Gegentore in den letzten fünf Partien, keine Auswärtsniederlage vermieden seit Februar.
Catanzaro dagegen kann durchatmen. 59 Punkte, fünfter Platz – ein Polster von drei Zählern auf Bari. Das letzte Liga-Heimspiel steht am Sonntag an, dann geht’s nach Südtirol. „Wir haben die Playoffs nicht geschenkt bekommen, wir haben sie uns erkämpft“, sagt Pittarello, noch mit Gras im Haar. Der Fluch ist gebrochen, der Traum von der Eliteliga lebt.
