Castro zwingt niemanden: nur 100 % zählen im kampf gegen den abstieg
Levante-Trainer Luís Castro schickt keine halbfiten Soldaten in den Abstiegskrieg. «Wenn ein Spieler nicht bei 100 % ist, zwingen wir ihn nicht», sagt er – und meint damit auch Stürmer Iván Romero, der nach Muskelproblemen gerade erst wieder läuft. Trotzdem steht der Angreifer für die Schlacht von Balaídos am Sonntag (18:30 Uhr) auf der Liste. Einsatzzeit? Maximal ein paar Minuten.
Romero ist nur ein joker – aber ein heißer
Castro lügt nicht: «Er kann nicht lange spielen. Das entscheiden der Arzt und die Fitnessabteilung.» Die Rechnung dahinter ist simpel. Celta Vigo ist seit dem Ausscheiden aus der EuropaLeague eine andere Nummer. «Ohne die zusätzlichen Spiele wären sie weit oben», warnt der Portugiese. Mit 36 Punkten auf dem Konto hat Levante die schlimste Phase überstanden – doch der Abstand zum Strich beträgt nur drei Zähler. Ein Sieg in Galicien wäre der erste Auswärtserfolg seit Oktober.
Castro redet nicht drum herum: «Wir haben in Vallecas und San Mamés mit zehn Mann große Spiele gemacht, aber verloren. Die Details bestrafen dich sofort.» Die Lösung heißt: Risikominimierung. Deshalb bleibt Brugué vorerst Bankdrücker, obwohl er 45 Minuten in den Beinen hat. «Der nächste Schritt ist ein Startelfeinsatz, aber nur, wenn die Zahlen stimmen», sagt Castro. Wer neben Espí in der Spitze stürmt, ist offen. «Etta Eyong? Klar, beide zusammen sind möglich. Das hängt vom Spielplan und vom Gegner ab.»

Die kabine ist sein panzer
Was den Trainer rettet, ist die Chemie. «Ich habe das Glück, Menschen zu haben, die zuerst an den Verein denken», schwärmt Castro. Dreimal täglich drücken sich Spieler in die Physiotherapie, um das letzte Aufgebot zu schaffen. «Manche wären laut Mediziner drei Wochen raus, sind nach einer Woche wieder da.» Die Frage nach der magischen Punktzahl für den Klassenerhalt wischt er beiseite. «Als Kind war ich gut in Mathe, hellsehen kann ich nicht. Die Liga ist verrückt, 42 Punkte reichen vielleicht nicht mal.»
Für Castro zählt nur der nächste Schritt. «Wir sind das intensivste Team der Liga, deshalb sind viele müde. Aber wer heute nicht fit ist, ist morgen wieder da.» Die Marschroute steht: Punktgewinn in Vigo, dann weiterschauen. Alles andere ist Ablenkung. «Wir haben 26 Punkte geholt, seit ich hier bin. Das ist kein Zufall, das ist Arbeit.» Mehr muss er nicht sagen.
