Carrick zieht mit manunited an villa vorbei – und schießt sich selbst ab

Old Trafford bebt, die Stimmung kocht – und am Ende steht ein Sieg, der mehr ist als drei Punkte. Manchester United schlägt Aston Villa 3:1, rückt auf Platz drei der Premier League vor und wirft Carrick in dieselbe Diskussion, die ihn vor neun Spielen noch beerdigen sollte: Bleibt er oder geht er?

Carricks glückssträhne wird zur falle

Der Interimscoach hat aus den letzueun neun Partien sieben gewonnen. Die Zahl ist so laut, dass sie selbst den eigenen Klub übertönt. Denn United hatte sich auf Tuchel, Pochettino oder Emery eingeschossen – nun steht da ein 44-Jähriger, der die Mannschaft vor die Hunde führte und sie wieder zusammenführt. Die Geschäftsführung schwieg nach dem Schlusspfiff bewusst. Kein Kommentar zur Zukunft. Intern heißt es: „Wir wollen externe Signale prüfen.“ Was für ein Luxusproblem.

Die Partie selbst war ein Spiegelbild dieser Saison: Zerfahren, intensiv, mit Momenten von Klasse und viel Zufall. Casemiro köpft nach Ecke zur Führung – sein siebtes Tor, obwohl der Brasilianer den Verein im Sommer verlassen wird. Die Ironie: Juventus und der saudische Al-Nassr warten bereits auf seine Unterschrift. United-Fans skandieren „Stay!“, doch die Entscheidung steht längst.

Martinez pariert, barkley trifft – dann kommt cunha

Martinez pariert, barkley trifft – dann kommt cunha

Amad hätte vor der Pause fast das 1:0 erzielt, Martinez flog wie ein Acrobat durch die Luft und kratzte den Kopfball aus dem Winkel. Nach dem Seitenwechsel donnerte Barkley den Ausgleich ins Netz, doch die Villa-Defensive schlief bei Cunhas Laufweg. Der Ex-Herthaner nahmt einen Pass von Fernandes, ließ Mings stehen und schob lässig ein. Assist Nummer 16 für den Kapitän – mehr als jeder andere Premier-League-Spieler in dieser Saison.

Die Entscheidung fiel in der 81. Minute, als Einwechselspieler Sesko nach McTominays Vorarbeit einschob. Der Slowene war in Leipzig schon Torgarant, nun trägt er die United-Ausrüstung – und vielleicht bald auch Carricks System.

Emery strauchelt, liverpool lauert

Emery strauchelt, liverpool lauert

Für Unai Emery war es die dritte Niederlage in Serie. Der Spanier galt als heißer Kandidat auf den Trainerposten in Manchester; nun muss er um die Champions-League-Teilnahme bangen. Liverpool kann bei einem Sieg gegen Tottenham Villa auf Platz fünf verdrängen. Die Rechnung ist simpel: Drei Punkte Vorsprung, ein Spiel mehr – und ein Trainer, dessen Job sich mit jedem Sieg selbst infrage stellt.

Carrick wird am Montag mit den Bossen sprechen. Intern wollen sie wissen: „Ist das System oder nur Form?“ Die Antwort liegt im Spielplan. Wenn United in den nächsten Wochen gegen Chelsea und Newcastle punktet, wird die Führung nicht mehr an ihm vorbeikommen. Dann wäre der Interimstrainer zur dauerhaften Lösung geworden – ohne je offiziell beworben zu haben. Manchmal gewinnt, wer nicht kämpfen muss.