Cannavaro: 'nach china rief mich niemand – benevento war ein fehler'
- Die geister von 2006: ein kuss und eine nacht mit dem pokal
- Die italienische nationalmannschaft: fehlende investitionen und verpasste chancen
- Uzbekistan: eine neue herausforderung und eine überraschende begeisterung
- Die erinnerung an 2006: „ich bin alt geworden“
- Die zukunft: ein traum vom comeback für italien
- Ein blick zurück: wer hätte die elfmeter geschossen?
Fabio Cannavaro, der Mann, der 2006 als Kapitän die Weltmeisterschaft für Italien gewann und heute die usbekische Nationalmannschaft trainiert, spricht offen über seine Karriere, verpasste Chancen und die bittere Realität nach dem Ruhm. Ein Blick zurück auf den Triumph in Berlin und ein schonungsloser Bericht über die Jahre danach.
Die geister von 2006: ein kuss und eine nacht mit dem pokal
Zwanzig Jahre sind vergangen, seit Fabio Cannavaro den WM-Pokal in den Händen hielt. Ein Moment, der für immer in der Fußballgeschichte verewigt ist. Er gesteht: „Im Leben verliebt man sich manchmal so, ohne zu wissen warum.“ Nach dem Sieg in Berlin, inmitten der Ekstase, verbrachte er die Nacht mit dem Pokal – schlafend, im Arm des Trophäe. Heute, im Dienst der usbekischen Nationalmannschaft, ein Team, das in einer Gruppe mit Kolumbien, Portugal und der Demokratischen Republik Kongo antritt, ist der Pokal nur noch eine ferne Erinnerung. Ein Gefühl von Wehmut macht sich breit, doch Cannavaro blickt nach vorne.

Die italienische nationalmannschaft: fehlende investitionen und verpasste chancen
Die Abwesenheit Italiens bei der Weltmeisterschaft in den USA ist ein Dorn im Auge des ehemaligen Weltmeisters. Er kritisiert: „Warum hat Italien mit Bosnien Angst gehabt? Wir haben Donnarumma, Calafiori, Bastoni, Barella, Tonali – ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit einer solchen Mannschaft verlieren kann.“ Cannavaro sieht die Ursache in fehlenden Investitionen in die Jugendförderung: „Wir bauen Spieler, die weg wollen, und vergessen die italienische Fußballschule.“

Uzbekistan: eine neue herausforderung und eine überraschende begeisterung
Im Gegensatz zu seiner Zeit in Italien findet Cannavaro in Usbekistan eine positive Atmosphäre vor. „Sie machen mir Spaß, weil sie alles aufsaugen, was ich ihnen beibringe. Niemand beschwert sich, sie arbeiten hart und wollen sich messen.“ Er lobt die moderne Infrastruktur in Taschkent und die religiöse Toleranz: „Es ist ein muslimisches Land, und es kommt vor, dass die Spieler vor dem Spiel oder in der Halbzeit beten. Das ist kein Problem, es geht nur um die Zeitplanung.“

Die erinnerung an 2006: „ich bin alt geworden“
Die Frage nach dem Gefühl, 20 Jahre nach dem WM-Triumph, beantwortet Cannavaro ehrlich: „Alt.“ Er erklärt: „Als Trainer stehst du nicht auf dem Platz, du gibst der Mannschaft eine Idee, aber die Spieler spielen.“
Die zukunft: ein traum vom comeback für italien
Trotz der Rückschläge und der Enttäuschungen blickt Cannavaro optimistisch in die Zukunft. Sein Ziel ist klar: „Ich sehe mich immer noch als Trainer. Ich arbeite daran, Trainer der italienischen Nationalmannschaft zu werden.“
Ein blick zurück: wer hätte die elfmeter geschossen?
Ein hypothetisches Szenario aus dem Jahr 2006: Wenn Grosso den entscheidenden Elfmeter verfehlt hätte, wer wäre an die Reihe gewesen? Cannavaro lacht: „Toni und Iaquinta. Ich und Gattuso wären die Letzten, selbst nach Buffon.“ Ein humorvoller Seitenhieb auf die Nerven, die ein Elfmeterschießen mit sich bringt.
Die Zukunft gehört der Türkei: Cannavaro sieht in der Türkei von Vincenzo Montella das größte Überraschungsteam der WM. Und er hebt Khusanov, den zentralen Verteidiger Usbekistans, hervor: „Er ist wie ich, sehr stark und kann sich noch weiterentwickeln.“
Die Karriere von Fabio Cannavaro ist eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Von der Weltmeisterschaft in Berlin bis zur usbekischen Nationalmannschaft hat er Höhen und Tiefen erlebt. Doch seine Leidenschaft für den Fußball und sein Ehrgeiz, eines Tages wieder für Italien zu arbeiten, sind ungebrochen.
