Cancún bebt: lebrón und augsburger demolieren altstars, coello/tapia im endspiel
58 Minuten. Mehr Zeit brauchten Juan Lebrón und sein neuer Posadas-Partner Leo Augsburger nicht, um im P2 von Cancún die alte Garde plattzumachen und ihren ersten Finaleinzug als Duo zu besiegeln.
Der Wind legte sich, das Tempo nicht. Lebrón spielte wie in seinen besten Tagen an der Bande, Augsburger schlug Bälle, die selbst Sanyo Gutiérrez – sonst der Zauberer von San Luis – ratlos zurückließen. 4:0 nach zehn Minuten, 6:1, 6:2 – ein Debakel für die Argentinier, die tags zuvor noch Galán und Chingotto aus dem Turnier geworfen hatten.
Argentiniens hoffnung wird überrollt
Sanyo und Gonza Alfonso fanden kein Rezept gegen die Rotationsgeschwindigkeit der Spanier. Jeder zweite Aufschlag landete als Winner, jeder Lob wurde zum Kill. Der Break zum 4:1 im zweiten Satz war keine Frage von „ob“, sondern von „wann“. Als Augsburger den Matchball mit einem Rückhand-Cross versenkte, stand Agustín Gómez Silingo bereits applaudierend an der Bande – sein Coaching-Credo „Vollgas von Minute eins“ war angekommen.
Im zweiten Halbfinale mussten Arturo Coello und Agustín Tapia erst einmal Arbeitsschuhe anziehen. Tolito Aguirre und Álex Arroyo, das Sensations-Duo des Turniers, ließen sich nicht abschütteln. 5:5 im ersten Satz, Stimmung wie in einem Fußballstadion, dann der Tiebreak – 7:1 für die Weltranglistenersten. Der zweite Durchgang war Formsache: 6:1, 71 Minuten Gesamtspielzeit.

Finale mit sprengstoff
Am Sonntag treffen zwei Welten aufeinander: Coello/Tapia, die seit 18 Matches nicht mehr verloren haben, gegen Lebrón/Augsburger, die nach gerade mal drei Turnieren gemeinsam bereits das erste Fünkchen von Dominanz versprühen. Der Código de Cancún steht auf 15.000 Zuschauer – ausverkauft. Die Wetter-App verspricht 26 Grad und leichte Brise. Perfekte Bedingungen für einen neuen Knall.
Wer die Zahlen studiert, weiß: Coello serviert im Schnitt 198 km/h, Lebrón gewinnt 71 % der Netzpunkte. Das Match wird entschieden an der Grundlinie, wo Augsburgers Slice auf Tapias Topspin trifft. Die Buchmacher sehen die Nummer-eins-Equipe bei 1,45 – zu kurz, wenn man fragt, wer gestern zuletzt einen Satz abgeben musste. Antwort: niemand.
Der letzte Aufschlag fällt um 20.00 Uhr Ortszeit. Dann wird klar, ob Lebrón mit 30 Jahren seine zweite Karriere startet – oder ob Coello und Tapia ihre Serie auf 19 ausbauen. Eines ist sicher: Cancún bebt, und die Sportwelt schaut zu.
