Cancelo wirft millionen hin: barça oder bust – und ein sehnsuchtsort namens lissabon

João Cancelo spielt gerade die beste Rückrunde seiner Karriere, aber die Zahlen auf seinem Konto interessieren ihn plötzlich nicht mehr. Zwölf Millionen Euro Jahresgehalt? „Kann weg“, sagt er und meint es ernst. Der Portugiese bereitet sich auf einen Sommer vor, der nicht nur seine Liga, sondern sein ganzes Leben neu ordnet – und er ist bereit, dafür bis zur Hälfte seines Salars zu verzichten.

Der haken: barcelona will, al-hilal kassiert

Hansi Flick hat intern längst grünes Licht für einen festen Transfer gegeben, spanische Zeitungen sprechen von „non-negotiable“. Kein anderer Außenverteidiger in La Liga erzielt in den letzten zwölf Spielen ein Tor plus vier Vorlagen. Doch Barças Kasse ist leerer als ein Camp-Nou-Block in der 80. Minute eines 0:3. Die katalanische Geschäftsführung kann maximal zehn Millionen Euro Ablöse bieten – Al-Hilal verlangt laut BILD 25. Ein Differenzbetrag, der selbst in Zeiten von Oil-Money wie ein Scherz klingt.

Cancelo selbst könnte die Schere schließen. Er müsste nur unterschreiben – und auf bis zu sechs Millionen Netto verzichten. Kein Spieler seiner Kohorte hat je freiwillig so viel abgelegt. Aber er hat schon länger gerechnet als seine Berater: „Ich habe genug verdient, um drei Generationen zu versorgen. Jetzt geht ums Herz.“

Benfica ruft lauter als das geld

Benfica ruft lauter als das geld

Dabei ist Barcelona nur die Halbzeitstation. Sein eigentliches Ziel steht 1.200 Kilometer weiter westlich, in der Lissaboner Nacht. Cancelo spricht offen mit spanischen Kollegen über ein „Projeto vermelho“ – ein Projekt in Rot. Benfica, sein Jugendclub, sucht einen linksfußischen Rechtsverteidiger, der in der Champions League nicht nach Namen, sondern nach Laufleistung fragt. Sportdirektor Rui Costa telefoniert seit Wochen mit Cancelos Vater, seinem einzigen Berater ohne Provisionsanspruch. Die Ablöse: null. Das Gehalt: 2,5 Millionen. Die emotionale Rendite: unbezahlbar.

Die Frage ist nicht, ob er will – sondern wer zuerst blinkt. Barcelona hofft, dass Al-Hilal nach dem Saisonende einlenkt und die Ablöse auf 15 Millionen senkt. Benfica wartet geduldig, bis der Markt zuschlägt und die Preise purzeln. Cancelo selbst trainiert weiter wie ein Spieler, der weiß, dass jedes Sprintduell sein letztes in Spanien sein könnte. Die Statistik spricht für ihn: Kein Barça-Außenverteidiger hat in dieser Saison mehr Ballkontakte im gegnerischen Drittel.

Der countdown läuft, und die uhr tickt lauter als der var

Der countdown läuft, und die uhr tickt lauter als der var

Noch 38 Tage bis zum Ablauf der Leihe. Dann fällt die Entscheidung – nicht auf dem grünen Tisch, sondern in einem Büro, in dem drei Klubs und ein Spieler ein Quadrat aushandeln müssen. Cancelo hat schon seinen Steuerberater informiert: Eine halbe Million Netto-Verlust wäre auch steuerlich verkraftbar, wenn das Herz klopft. Für Benfica wäre er kein Transfer, sondern eine Heimkehr. Für Barcelona der erste Abgang, der sich mit „Leidenschaft“ statt „Leverage“ erklären lässt. Und für den Rest der Liga ein Warnschuss: Gehalt ist verhandelbar, Identität nicht.

Am Ende zählt nur, wer die Koffer packt. Cancelo hat seine schon stehen – mit einem Foto von Estádio da Luz obenauf. Die Millionen kann er verdienen, wann er will. Die Liebe zu Benfica lässt sich nicht aufschieben. Das weiß selbst ein Bankenkonsortium in Riad.