Camilla küver bleibt wolfsburg treu: vertrag bis 2028 unterschrieben
Die Wölfinnen behalten ihre Abwehrchefin. Camilla Küver hat bei VfL Wolfsburg bis 2028 unterschrieben – ein klares Bekenntnis nach zwei verletzungsgeplagten Jahren, in denen sie kaum Spielzeit sah. Jetzt will die 22-Jährige durchstarten.
Von der krankenliste in die nationalmannschaft
Küvers Start in Niedersachsen war holprig. Knie, Syndesmose, Muskelfasern – die Liste ihrer Blessuren liest sich wie ein Lehrbuch der Sporttraumatologie. Doch die laufende Saison zeigt eine andere Camilla Küver: sattelfest in der Viererkette, souverän im Passspiel, unangenehm zugriffsstark im Zweikampf. Im Oktober 2025 folgte die Belohnung: ihr Debüt im DFB-Team. Für jemanden, der 2023 noch mit der Kutsche nach Frankfurt fuhr, ist das eine steile Karriere.
Ralf Kellermann, Frauenfußball-Direktor des VfL, schwärmt: „Sie hat sich in kürzester Zeit zu einer internationalen Top-Spielerin entwickelt.“ Die Wahrheit ist nüchterner: 29 Pflichtspiele in zwei Jahren, keine Doppelbelastung durch Champions-League-Läufe, dafür aber ein Pokalsieg 2024 und jetzt der Vertragsbonus bis 2028. Ein Statement – für den Klub wie für die Spielerin.

Norwegischer pass, deutscher einsatzwille
Küver besitzt neben der deutschen auch die norwegische Staatsbürgerschaft. Das macht sie flexibel, nicht nur auf dem Papier. Ihr Spiel ist skandinavisch robust, aber Bundesliga-reif: Sie räumt ab, ohne zu foulen, und leitet den Aufbau mit kurzen, präzisen Diagonalbällen ein. Trainer Tommy Stroot schickt sie meist als linke Innenverteidigerin aufs Feld, wo sie mit Linksverteidigerin Janina Minge ein Duo bildet, das Gegnerinnen in Unterzahl zwingt.
Die Verlängerung kommt zur richtigen Zeit. Wolfsburg verliert mit Lena Lattwein und Svenja Huth erfahrene Kräfte, braucht neue Leitfiguren. Küver sagt: „Ich will Verantwortung übernehmen.“ Gemeint ist: Sie will Führungsspielerin werden, nicht nur Dienst nach Vorschrift.

Loft-ziel champions league, realität check liga
Der VfL liegt aktuell drei Punkte hinter Bayern München. Die Meisterschaft ist offen, die Champions League das große Zufuhrziel. Küvers Erfahrung aus Frankfurt – dort gewann sie 2022 den Pokal – könnte goldwert sein. Ein Detail: Ihre Eltern wohnen 20 Minuten vom Wolfsburger Trainingsgelände entfernt. Heimspiel also, buchstäblich.
Vertrag unterschrieben, Zukunft klar. Für Camilla Küver beginnt jetzt die eigentliche Mission: gesund bleiben, ständig spielen, Titel holen. Die Wölfinnen haben ihre Abwehrchefin, Küver ihre Bühne. Die nächsten 42 Monate werden zeigen, ob das Dreamteam hält, was es verspricht. Die erste Bewährungsprobe folgt am Samstag gegen Freiburg.
