Altach stolpert, salzburg sprintet: drama um den letzten meistergruppen-platz

Am Samstag um 14 Uhr donnert in Neulengbach das Startsignal – und fünf Stunden später könnte SCR Altach das eigene Saison-Märchen beerdigt sehen. Die Vorarlbergerinnen, die vor drei Wochen noch mit beiden Beinen in der Meistergruppe standen, müssen nun zusehen, wie Red Bull Salzburg aus der eigenen Talfahrt Kapital schlägt.

Salzburg jagt mit turbo-form die mozartstädterinnen

Der 4:2 gegen Südburgenland war mehr als drei Punkte. Es war das Signal, dass die Bundesliga-Neulinge trotz Kreuzband-Riss bei Sara Grabovac nicht kneifen. Dusan Pavlovic verbannte jede Altach-Psychose aus der Kabine: „Wir reden nicht über andere, wir spielen unser Spiel.“ Genau das macht seine Truppe seit Wochen: zwölf verschiedene Torschützinnen, kein einziger Punktverlust im März, dazu ein U-20-Team, das die Future League dominiert wie einstBayern die Bundesliga.

Altach dagegen trägt die Last des Krisen-Marathons. Erst der 1:9-Debakel gegen St. Pölten, dann die 0:2-Klatsche in Wien. Dazwischen der Skandal um heimliche Umkleide-Videos und der Abgang von Brigitta Pulins in die Schweiz. Wer so viel Abnutzung in den Knochen hat, kann selbst im Heimspiel gegen Sturm Graz stolpern.

Die rechnung ist gnadenlos klar

Die rechnung ist gnadenlos klar

Salzburg gewinnt in Neulengbach – ein Klub, der in den letzten sieben Spielen sechs Niederlagen kassierte. Altach verliert zu Hause gegen Sturm, den Tabellendritten mit Europapokal-Ambitionen. Schon steht Red Bull dank besserem Direktvergleich auf Platz vier. Keine Tabelle der Welt kann das noch korrigieren.

Die Salzburgerinnen wissen: Der Gegner trägt die größere Last. Altach muss gewinnen, Salzburg darf spielen. Und wenn die U-20-Meisterinnen von der Bank springen, weil sie sich selbst beweisen wollen, wird aus dem Fernduell ein Laufband, auf dem sich der Underdog in die Königsklasse laufen kann.

Um 17 Uhr am Sonntag dürfte in Altach das Handy jedes Fan-Gesichts vibrieren. Dann flackert auf dem Rasen nicht nur die Anzeigetafel, sondern auch die Erkenntnis: Manchmal reicht eine Woche, um ein ganzes Jahr zu drehen. Salzburg ist bereit – und Altach muss zusehen, wie der eigene Traum in roter Bullen-Manier über die Bühne galoppiert.