Calaiò: conte hat mir den siegergeist eingepflanzt – und eine urlaubsreise vermasselt!
Napoli fiebert dem Duell mit dem AC Florenz entgegen, doch im Schatten des Vesuvs wird über eine andere Legende gesprochen: Emanuele Calaiò. Der 44-jährige Ex-Stürmer, der aktuell für Zeta Napoli in der dritten Liga kickt, feierte kürzlich mit seinem Team den Aufstieg in die zweite Kategorie und gewährte in einem Gespräch Einblicke in seine Zusammenarbeit mit Antonio Conte – und eine unvergessliche Urlaubsgeschichte.
Conte: mehr als nur ein trainer – ein mentalitäts-guru
Calaiò schwärmt von Contes Fähigkeit, seinen Spielern eine unbändige Siegermentalität zu verpassen. „Ich weiß nicht, ob es an seinen Trainingseinheiten lag, aber was er uns mental mitgegeben hat, war enorm“, so der ehemalige Napoli-Angreifer. Er erinnert sich daran, wie Conte immer wieder betonte: „Nur die Arbeit zahlt.“ Dieser Lehrsatz, so Calaiò, habe ihn jahrelang begleitet, auch nach seiner Zeit in Neapel. „Ich habe von seiner Arbeit gelebt, es war wie ein Geschenk, das mir Conte gemacht hat.“
Vergleichbar mit der Verjüngung, die Conte Spinazzola und Juan Jesus bescherte, hat er auch Calaiòs Leidenschaft für den Fußball neu entfacht. Der ehemalige Profi weiß, dass Conte nicht Guardiola oder Sarri sein wird – er ist ein Kämpfer, ein Gewinner. „Seine Stärke liegt in der Mentalität und der körperlichen Vorbereitung. Am Anfang ist es hart, aber ab Januar geht es dann richtig ab.“
Ein Urlaubsversuch, der in die Hose ging
Doch Conte ist nicht nur ein brillanter Taktiker, sondern auch ein Perfektionist, der keinen Raum für Ablenkung lässt. Calaiò erinnert sich an eine Weihnachtspause in Siena, die schiefging. „Conte hasst es, wenn die Spieler mit ihren Koffern auf dem Mannschaftsbus sitzen. Er platzt fast, wenn er vor einem Spiel hört, dass jemand über Urlaub spricht.“
Als die Mannschaft kurz vor einem Auswärtsspiel in Varese stand und viele Spieler bereits Flugtickets gebucht hatten, forderte Conte Klarheit. „Er sagte: ‚Ich sehe euch euphorischer wegen eures Urlaubs als wegen des Spiels. Ich warne euch: Macht dieses Spiel gut, sonst gibt es böse Überraschungen.‘“ Das Ergebnis: Eine 0:1-Niederlage im Schnee. Die Folge: Statt einer Woche Urlaub gab es eine einwöchige Trainingslager in Messina.

Ein ruf, der reginaldo die teilnahme kostete
Auch Reginaldo musste die Konsequenzen spüren. „Wir kamen in Messina an, Reginaldo war müde, aber ich auch. Beim Fitness-Test habe ich es nicht geschafft. Conte wollte mich auch unter die Dusche schicken. Ich habe ihm aber vorgeschlagen, die Übung am nächsten Tag zu wiederholen. Reginaldo hat ihm stattdessen etwas heftiger widersprochen. Zum Glück hatten wir Perinetti als Sportdirektor, der immer ein guter Vermittler war.“
Calaiós Erinnerungen zeigen Conte als einen Trainer, der mit harter Hand und unerbittlichem Willen zum Erfolg führt. Seine Worte sind prägnant, seine Entscheidungen unnachgiebig. Ob er in Neapel bleibt? Calaiò schätzt die Wahrscheinlichkeit auf 60 Prozent. „Wenn er bleibt, wird De Laurentiis ihm kaum mehr als 200 Millionen Euro für Transfers zur Verfügung stellen und wird ihn auf die Infortuni ansprechen.“
Die Geschichte von Calaiò und Conte ist ein Spiegelbild der Fußballwelt: Ein Trainer, der seine Spieler zu Höchstleistungen antreibt, und ein Spieler, der von seiner Erfahrung zehrt – und die Urlaubsreise, die nie stattgefunden hat.
