Cairo explodiert: drohungen, lügen – und ein verein am abgrund

Urbano Cairo schießt nach dem 3:0 gegen Parma scharf gegen eigene Fans, Medien und das Klima rund den FC Turin. Drohungen an die Wand von Masio, Lügen über Zapatas Klausel – der Präsident kündigt sogar den Verkauf an.

Kinderschuhe voller hass

Die Schmierereien in Masio, dem Heimatort seiner Eltern, waren für Cairo der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Tod dem Präsidenten – in meterhohen Buchstaben. Die Polizei ermittelt, doch Cairo redet Klartext: „Diese Worte lesen Kinder. Sie sehen Krieg statt Spiel.“ Die Stadt zittert, der Verein driftet.

Doch Cairo macht nicht nur die Sprüher fertig. Er zieht die Zeitungen mit hinein. Ohne Namen zu nennen, attackiert er eine Lokalzeitung, die über eine angeblich freigeschaltete Ausstiegsklausel bei Duván Zapata spekuliert und behauptet, Trainer Roberto D’Aversa arbeite heimlich für Ivan Jurić. „Unsinn“, giftet Cairo. „Damit wird Unruhe gestiftet. Das ist Verrat am Verein.“

D’aversa schlägt zurück – mit sieg und lob

D’aversa schlägt zurück – mit sieg und lob

Während der Präsident wütet, nutzt D’Aversa die Medien für ein Kraftpaket Selbstbewusstsein. „Wir haben geduldig gewartet und dann zugebissen“, sagt er nach dem lockeren 3:0. Vorbild: Nikola Vlašić, der mit zwei Assists die Partie anzündet. „Er ist unser technischer Anführer, aber auch Zapata, Adams und Simeone tragen Mentalität“, schwärmt der Coach.

Die Mannschaft habe trotz der 0:4-Pleite in Napoli nicht gebebt, die Trainingswoche war laut D’Aversa „makellos“. Er spricht von einer „gemeinsamen Sieg-Maschine“, die endlich wieder Öl bekommen habe. Die Tabelle dankt: Turin springt auf Platz neun, drei Punkte trennen das Team von Europa.

Cairo droht mit exit – und meint es ernst

Cairo droht mit exit – und meint es ernst

Die Bombe kommt zum Schluss. Cairo kündigt an, den Klub „früher oder später“ zu verkaufen. „Ich bin nur Präsident pro tempore“, wirft er ein. Seine Begründung: Wenn schon jetzt Morddrohungen und Lügen im Spiel seien, wie solle dann ein Nachfolger bessere Bedingungen finden? Die Fans jubeln ihm online nicht zu – Stichwort #CairoVattene trendet regional.

Die nächsten Wochen entscheiden, ob die Wut des Präsidenten nur ein heißer Luftschlag bleibt oder der Startschuss für einen Machtwechsel. Die Liga läuft weiter, doch Cairo hat schon mal den Rückzug eingeplant. Wer dann die Millionen-Last übernimmt, steht in den Sternen – und auf der Mauer von Masio.