Bw lohne: abstieg droht – sprachlosigkeit und bittere erkenntnisse
Lohner Fußballfans harren der Verzweiflung: Nach der knappen 2:3-Niederlage bei Altona 93 steht BW Lohne vor dem Abgrund. Vier Jahre Regionalliga könnten schon bald der Vergangenheit angehören – eine Saison, die in ihrer Gesamtheit schlichtweg daneben lief. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie es weitergeht.
Die erste halbzeit – ein desaster
Trainer Christian Neidhart ließ seiner Enttäuschung nach dem Spiel freien Lauf. Die erste Halbzeit sei „einfach nicht zu erklären und schon gar nicht zu bieten“ gewesen, so der Coach. Ein vernünftiger Rahmen für die Analyse fehlte förmlich. Die Mannschaft präsentierte sich desolat und ließ jegliches Vertrauen im Kampf um den Klassenerhalt verfliegen.
Offensiv wirkte BW Lohne mit lediglich 32 Treffern in der Saison erschreckend harmlos – das ist der schlechteste Wert der Liga. Auch defensiv offenbarten die Blau-Weißen Schwächen, wenngleich sich die Abwehr in den letzten Wochen gefestigter gezeigt hatte. Doch gegen die langen Einwürfe und Standardsituationen von Altona waren sie machtlos.
Die Worte des Offensivspielers Nico Thoben unterstreichen die Stimmung im Team: „Es ist gerade einfach so eine Art Sprachlosigkeit, die herrscht. Und es tut einfach verdammt weh.“ Innenverteidiger Kai Westerhoff ergänzt: „Das ist natürlich ein herber Rückschlag jetzt. Das war jetzt mehr oder weniger das wichtigste Spiel im Abstiegskampf.“

Die endabrechnung steht bevor
Die Verantwortlichen um Sportchef Luca Scheibel müssen sich auf die Oberliga einstellen. Ein Umbruch im Sommer ist unausweichlich, da fast der gesamte Kader neu zusammengestellt werden muss. Die vergangenen Transferperioden hatten bereits gezeigt, wie schwierig die Personalplanung gestaltet ist.
Die Zukunft von Trainer Neidhart hängt ebenfalls am seidenen Faden. Sein Vertrag verlängert sich lediglich bei einem Wunder – dem Verbleib in der Regionalliga. Zwar wurden bereits zwei Neuzugänge verpflichtet – Jakob Völkerding vom VfL Osnabrück und Peter Sieve vom GW Mühlen – doch das ist bei weitem nicht genug, um die vorhandenen Probleme zu lösen. Die Lage ist ernst, aber Christian Neidhart und sein Team geben noch nicht auf.
Am Sonntag empfängt BW Lohne den Tabellenführer Meppen im Heinz-Dettmer-Stadion. Anschließend folgen weitere Brocken: die Auswärtspartien in Norderstedt und beim Hamburger SV II, bevor das letzte Heimspiel gegen Schöningen ansteht. Zwölf Spiele ohne Sieg sprechen eine deutliche Sprache, doch solange rechnerisch noch eine Chance besteht, wird in Lohne gekämpft. Das Problem: Die Uhr tickt unaufhaltsam und die Konkurrenz schläft nicht.
