Bvb trennt sich von kehl: matthäus kritisiert den rücksichtslosen umgang

Borussia Dortmund hat sich in der Länderspielpause von Sebastian Kehl verabschiedet – ein Ende einer Ära, die viele Fans schockiert hat. Nach 24 Jahren als Spieler und Funktionär verlässt die Legende den Verein, während parallel die Verpflichtung von Ole Book vorbereitet wurde. Ein Wechsel, der Lothar Matthäus scharf kritisiert.

Der bittere nachgeschmack der trennung

Matthäus äußerte sich bei Sky empört über die Art und Weise, wie der Verein mit Kehl umgegangen ist. Die Tatsache, dass bereits Ende Januar Gespräche mit Book geführt wurden, während Kehl noch im Amt war, lässt ihn stutzig werden. „Das war eine Hinhaltetaktik“, so Matthäus, und verweist auf Parallelen zu dem Umgang mit Manuel Akanji, wo ähnliche Vermutungen laut wurden. Es wirkt, als ob Kehl hintergangen wurde.

Die Entscheidung von Dortmund, sich von einem so langjährigen und verdienten Mitarbeiter zu trennen, ist umstritten. Lars Ricken, der Sport-Geschäftsführer, betonte zwar, dass man sich in „die Augen geschaut“ habe und eine „gemeinsame Entscheidung“ getroffen habe, doch die Zweifel bleiben bestehen. Die Tür für Kehl bleibe offen, mit allen Möglichkeiten eines würdevollen Abschieds – ein Angebot, das jedoch den eigentlichen Kern der Kritik nicht ausräumt.

Rückendeckung für book, zweifel an der strategie

Rückendeckung für book, zweifel an der strategie

Ricken verteidigte die Vorgehensweise, betonte aber auch, dass der Verein einen „externen Impuls“ benötige. „Wir haben keinen Hehl daraus gemacht, dass es ab und zu auf der Führungsetage geknarzt hat“, gab er offen zu. Die Notwendigkeit, jemanden „Externes“ zu holen, deutet darauf hin, dass die interne Struktur des BVB Anpassungen bedarf. Die Chemie zwischen Kehl und anderen Verantwortlichen soll nicht mehr optimal gewesen sein, was letztlich zu diesem Schritt geführt hat.

Die Verpflichtung von Book wird als Zeichen für eine neue strategische Ausrichtung gewertet. Die Hoffnung ist, dass er mit frischen Ideen und einem neuen Netzwerk dazu beitragen kann, den BVB wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Ob diese Wette aufgeht, wird die Zukunft zeigen. Der Abgang Kehls hinterlässt jedoch einen bitteren Nachgeschmack und wirft Fragen nach dem Umgang mit Vereinslegenden auf.

Die Causa Kehl ist ein Lehrstück darüber, wie wichtig ein respektvoller und transparenter Umgang mit verdienten Mitarbeitern ist. Dortmund hat hier die Chance, aus seinen Fehlern zu lernen und eine Kultur der Wertschätzung zu fördern. Andernfalls drohen weitere Abgänge und ein Imageschaden, der den Verein nachhaltig belasten könnte.