Budimir trifft – panamas traum explodiert nach 0:1 gegen kroatien

Panama spielte sich in die Herzen, nicht in die K.o.-Runde. 0:1 gegen Kroatien – und trotzdem standen die Fans am Ende, klatschten, als hätten sie das Finale gewonnen. Das Tor von Ante Budimir in der 54. Minute war ein Schlag in die Magengrube, doch der eigentliche Triumph gehört den Mittelamerikanern, die lange wie ein Team mit Superstar-Attitüde agierten.

Für Luka Modrić war es die Show seines Lebens – nur nicht wegen des Spiels, sondern wegen der Zahl 200. Zweihundert Länderspiele für Kroatien. Er trat dabei an wie ein altes Maultier, das noch einmal den Berg hochwill, und wurde nach dem Schlusspfiff von seinen Kollegen in die Luft geworfen, als wäre er 20 und nicht 40. T-Shirts mit seinem Konterfei flogen über den Rasen, „ewige Legende“ prangte in Großbuchstaben auf der Brust. Ironie des Fußballs: Die Party ging los, weil Panama ein Tor verpasst hatte.

Die szene, die alles hätte ändern können

Minute 23. Panama hatte Kroatien im Würgegriff. Murillo flankt scharf, Rodriguez nickt aus neun Metern – und der Ball zischt an die Unterkante der Latte. Der VAR lief, das Netz wackelte, doch die Linie war laut TV-Bildern wohl schon überschritten. Kein Tor. Panama zitterte, Kroatien atmete. Manchmal reicht ein Zentimeter, um eine Nation in den Wahnsinn zu treiben.

Den Kroaten fehlte die Schärfe, doch der Plan war simpel: warten, bis die Gegner nachlassen, und dann zuschlagen. Perfektes Timing. In der 54. Minute sprintete Josip Stanisic von Bayern rechts durch, legte flach, Budimir schob ein. Mosquera, Panamas Keeper, segelte unter dem Ball hindurch – ein Bild für die Götter. Eine Sekunde Stille, dann brach der kroatische Block aus. Jubel, der nicht nur für Budimir war, sondern für Modrić, für die Rettung, für die 200.

Panama verabschiedet sich mit erhobenem kopf

Panama verabschiedet sich mit erhobenem kopf

Nach dem 0:1 schalteten die Panama-Kicker um auf Angriffsmodus. Harvey köpfte in der 68. Minute, Livakovic reagierte stark. In der 81. Minute verließ Modrić den Platz, nicht ohne sich die Hände zu küssen und die Fans anzufeuern. Die 29 Tore in 200 Länderspielen – eine Zahl, die neben den 162 Einsätzen von Cristiano Ronaldo fast bescheiden wirkt. Und doch: Modrić ist die Seele eines Landes, das sich selbst nicht für groß genug hält.

Trainer Zlatko Dalic atmete tief. Nach dem 2:4 gegen England war der Druck immens. Nun steht Kroatien wieder im Rennen. Panama geht nach zwei Spielen – aber mit einer Leidenschaft, die sich die europäischen Größen abschauen könnten. Das nächste Mal, sagt der Blick der Spieler, wird es kein frühes Aus geben. Dafür haben sie zu viel Herz gezeigt.

Und Modrić? Er stand in der Mitte des Rasens, T-Shirt über den Schultern, 200-mal Kroatien, 200-mal Herzklopfen. Der Fußball hat ihn nie jung gemacht – er hat ihn einfach nie alt werden lassen.