Bruins zittern sich in overtime zum gold-sieg – sturms playoff-traum lebt

38 Sekunden reichten. Dann explodierte die Bruins-Kabine, Pavel Zacha lag am Eis, die Buffalo-Sabres-Dome verstummte. Boston besiegt Buffalo 4:3 n.V. und rückt in der Wildcard-Tabelle auf 88 Punkte vor – drei Vorsprung auf die Verfolger, zwei Spiele weniger absolviert als Montreal. Der Playoff-Zug rollt weiter.

Sturms system funktioniert in den entscheidenden momenten

Sturms system funktioniert in den entscheidenden momenten

Marco Sturm, früher Bundestrainer, heute Assistent hinter der Bruins-Bande, hat seinen Stempel auf die Special Teams gedrückt. Seit er die Powerplay-Einheit übernahm, klickt die Scheibe schneller, die Points sprudeln. Gegen Buffalo war es wieder die Überzahl, die die Führung brachte – und die Moral, die in der Verlängerung den Sieg sicherte. „Wir glauben einfach“, sagte Sturm im Gang zum Bus, „und das ist ansteckend.“

Lukas Reichel, Deutschlands Hoffnung im Schwarz-Gold, blieb ohne Scorer-Punkt, dafür aber mit 17 Minuten Eiszeit und zwei Schüssen aufs Tor. Er räumt vor dem Netz, blockt Schüsse, wird immer wichtiger für Coach Montgomery. Die Statistik lügt nicht: In den letzten fünf Spielen gewannen die Bruins, wenn Reichel mehr als 15 Minuten stand – und verloren, wenn weniger.

Die Atlantic-Division ist ein Kartenhaus. Tampa führt mit 94 Punkten, danach Toronto (92), Florida (90) – und dann der Knoten aus Boston und Montreal bei 88. Die Canadiens haben zwei Partien in der Tasche, die Bruins dafür das bessere Torverhältnis. Das nächste Duell: Donnerstag in Ottawa. Ein Sieg dort, und Boston wäre sogar Tabellendritter – mit eigenem Playoff-Heimrecht.

Die Uhr tickt, die Lücken werden enger. In den Katakomben von Buffalo atmete Sturm tief durch. „Wir wollen nicht in die Wildcard, wir wollen oben durchstarten.“ Die 38 Sekunden von Zacha haben diesen Traum ein Stückchen greifbarer gemacht. Die Bruins sind heiß – und der deutsche Einfluss mit ihnen.