Briatore plantet alpine-comeback-strategie: gucci-deal und der alonso-poker
Die Formel 1-Szene brodelt: Flavio Briatore, der Mann, der einst mit Benetton die Welt dominierte, lotet mit Alpine erneut die Möglichkeiten aus, den Thron zu erklimmen. Sein Plan ist ehrgeizig, seine Strategie – bewährt durch die Vergangenheit – und seine Ambitionen kaum zu übersehen.

Die suche nach dem letzten puzzleteil: der zweite fahrer
Briatore hat in den letzten zwei Jahren mit viel Elan und strategischem Geschick die Weichen für Alpine gestellt. Der Gewinn des Mercedes-Motorabschlussvertrags, die Verpflichtung des aufstrebenden Franco Colapinto und nun der Coup mit Gucci als neuen Sponsor – all das sind Puzzleteile, die in den letzten Monaten perfekt ineinandergefügt wurden. Doch ein entscheidendes Element fehlt noch: der zweite Fahrer, der neben dem bereits feststehenden Pierre Gasly das Team in die Weltspitze führen soll.
Gasly, dessen Vertrag bis 2028 läuft, wird zweifellos eine zentrale Rolle spielen. Briatore sieht in ihm einen unterschätzten Talent, einen „natürlichen Leader“, wie er im Beyond the Grid-Podcast betonte. „Er ist einer der sechs Besten im Feld und der Kapitän unseres Teams“, erklärte der italienische Manager, wobei er gleichzeitig die technische Abteilung unter Druck setzt, dem Franzosen ein konkurrenzfähiges Auto zu liefern.
Die Fragezeichen kreuzen jedoch den Namen Franco Colapinto, dessen Leistungen zuletzt zwar verbessert wurden, dessen Platz im Team aber noch nicht uneingeschränkt sicher ist. Briatore zeigte sich zwar wohlwollend, ließ aber durchblicken, dass das volle Potenzial des jungen Argentiniers noch nicht erkundet wurde. „Er hat Druck, er gewinnt langsam Selbstvertrauen. Er hat Talent. aber wir wissen noch nicht genau, wie viel“, so Briatore, der in diesem Zusammenhang den Vergleich zu Oscar Piastri zog, dessen Talent im Vorjahr bereits deutlich zur Schau gestellt wurde.
Der Alonso-Vibe: Ein Schatten aus der Vergangenheit
Briatore ließ im Podcast kurz den Namen Fernando Alonso fallen, ohne ihn direkt zu thematisieren. Er deutete an, dass der Zeitpunkt für einen Superstar im Team gekommen sei – „Aber dafür brauche ich das Geld“, betonte er, was den jüngsten Deal mit Gucci in ein neues Licht rückt. Dieser Vertrag ist nicht nur eine finanzielle Stärkung, sondern auch ein immenser Schub für das Image von Alpine. „Meine Aufgabe ist es, die Marke Alpine auf ein neues Level zu heben, und das haben wir mit einer der drei größten Modenmarken der Welt erreicht“, erklärte Briatore.
Der Vergleich mit seiner Zeit bei Benetton, als er Button durch Alonso ersetzte und dafür heftige Kritik einstecken musste, schwingt mit. „Die Engländer sind damals ausgeflippt, sagten, ich hätte die Weltmeisterschaft versenkt, indem ich den Spanier geholt habe. Die Zeit hat mir recht gegeben“, erinnerte sich Briatore, der sich damit an die Vergangenheit knüpft und gleichzeitig die britische Presse herausfordert.
Alpine befindet sich derzeit auf dem fünften Platz der Konstrukteurswertung, doch mit dem finanziellen und imageträchtigen Rückenwind von Gucci scheint der Aufstieg in die Spitze realistischer denn je. Es bleibt abzuwarten, ob Briatore seinen Coup gelingen wird und Alpine zu einem ernsthaften Titelanwärter machen kann.
Und während die Fußballwelt sich auf die WM in Brasilien konzentriert, zeigt Briatore seine Vorliebe für das Land des Sambas – „Brasilien, weil dort Ancelotti ist“, erklärte er lachend – und unterstreicht damit, dass Talent und Leidenschaft für ihn stets im Vordergrund stehen.
