Brasil zittert vor kroatien-test: ancelotti-duo schießt gegen frankreich-pleite
Orlando wird zum Schaukasten der Wut. Nach dem 1:2 gegen Frankreich schwappt die Empörung bis in die Disney-Nähe, und zwei Debütanten erklären den Kroaten-Krimi zum Endspiel. Igor Thiago ballt die Faust: „Unser Potenzial ist gigantisch, wir müssen nur endlich aggressiv werden.“
„Unsere trikot ist riesig“ – thiago fordert den biss zurück
Der Brentford-Stürmer, diese Saison Premier-League-Überraschung, redet nicht um den heißen Brei herum. Er habe in der Kabine gezählt: 23 Spieler, aber nur eine halbe Hälfte mit Selbstvertrauen. „Im zweiten Durchgang gegen Frankreich haben wir es gezeigt, jetzt müssen wir 90 Minuten lang liefern.“ Carlo Ancelotti pocke auf Intensität und Laufwege im Strafraum, Thiago übersetzt: „Kein Meter Zurückweichen, sonst landen wir auf dem Müllhaufen der Vorbereitungen.“
Dabei spürt er die Stimmung der Fans, die nach neun Spielen unter dem Italiener nur vier Siege zählen und die Sehnsucht nach der sechsten Krone immer weiter in die Ferne rücken sehen. „Die Leute fragen: Wo ist das Jogo Bonito? Ich antworte: Es steckt in unseren Knochen, wir müssen es nur wieder herausbeißen.“

„Kein freundschaftsspiel“ – pereira warnt vor modric & co.
Léo Pereira sitzt griffbereit neben ihm, das Weiß der Augen noch vom Paris-Film. Der Flamengo-Verteidiger spielte durch, kassierte den späten Gegentreffer mit. „Wir haben die Linien nicht eng genug gemacht, ein paar Zentimeter reichen Frankreich, um dich zu töten“, sagt er und schlägt mit der flachen Hand auf den Tisch. „Gegen Kroatien wird das kein Test, sondern eine Endscheidung. Wer hier nicht Gas gibt, fliegt vor dem Weltcup raus.“
Die Zahlen sind sein Richter: Drei Niederlagen in neun Spielen, Torverhältnis 12:10 – für eine Selecao eine Schande. „Wir reden nicht über Taktik-Flicks, sondern über Stolz. Modric und Kovacic kennen keine Gnade, also werden wir sie in jede Lücke jagen.“
Ohne Raphinha (Muskelbündelriss) und möglicherweise ohne Vinícius Júnior, dessen Oberschenkel zwickt, wirkt die Offensive wie ein offenes Geheimnis. Aber Pereira schüttelt ab: „Wer hier Trikot trägt, muckt nicht, sondern sprintet bis zur Erbrechensgrenze.“
Der Countdown läuft: Dienstag um 21 Uhr deutscher Zeit, Exploria Stadium, 25 000 erwartete Brasilianer mit kochenden Nerven. Thiago zieht die Kapuze über: „Wenn wir gewinnen, vergessen die Leute Paris. Wenn wir verlieren, reden sie bis zur WM von nichts anderem.“
Die Selecao steht am Scheideweg – und weiß, dass Kroatien kein Schritt, sondern ein Sprung ist.
