Brandt geht, köln-sieg bleibt: dortmund verabschiedet sich von einem enfant terrible
Julian Brandt wird Borussia Dortmund nach 298 Spielen und 56 Toren ablösefrei verlassen. Die Trennung verkündete Sport-Geschäftsführer Lars Ricken nach dem 2:1 in Köln – und ließ dabei sogar eine Spur von Dankbarkeit erkennen.
Der 29-Jährige, 2019 für 25 Millionen Euro von Bayer Leverkusen gekommen, läuft Ende Juni aus. „Wir haben Gespräche geführt, und man hat sich geeinigt, dass der auslaufende Vertrag nicht verlängert wird“, sagte Ricken bei Sky. Die Worte klangen wie ein Nachruf auf eine Liaison, die nie so recht Fuß fassen wollte.
Brandt lieferte gegen Köln seine vorletzte Vorlage im BVB-Trikot, doch die Szene, die danach blieb, war die eines Mannes, der sich verabschiedet, ohne je richtig angekommen zu sein. Kritik an Körpersprache, Rückzugsverhalten und fehlender Führungskraft begleiteten ihn wie ein Schatten. Selbst Lothar Matthäus attestierte ihm vor einem Jahr, die Entwicklung sei „stehengeblieben“.
Ricken spricht von wertschätzung – und meint den abschied
Doch Ricken schwieg nicht über die Schwächen. „Er wurde auch immer mal kritisch gesehen“, räumte er ein. Dann folgte das Lob: „Er hat ein paar hundert Spiele für Borussia Dortmund gemacht. Wir können nur Dankbarkeit für ihn haben.“ Ein Satz, der klingt, als wolle man die letzten sieben Jahre in einem Atemzug abschließen.
Sebastian Kehl ergänzte: „Die Entscheidung ist beiden Parteien nicht ganz leicht gefallen.“ Trotzdem wurde sie getroffen. Weil Brandt in ein paar Wochen 30 wird. Weil Dortmund sich neu orientieren will. Weil man sich gegenseitig nicht mehr braucht.
Brandt selbst schwieg nach dem Spiel. Kein Instagram-Post, keine Abschiedsrede. Nur ein Blick in die Kurve, der aussah, als wüsste er längst, dass dies sein letzter Frühling in Schwarz-Gelb ist.
Der Markt wartet. Arsenal soll interessiert sein, auch Newcastle hat sich erkundigt. Für Brandt beginnt eine neue Reise – ohne den BVB, der ihn nie so liebte, wie er es sich erhofft hatte.
