Brand: genug vom talent-label – jetzt will sie dominieren!

Jule Brand, einst als „Goldenes Mädchen“ gefeiert, hat die Segel neu gesetzt. Die Offensivspielerin von OL Lyonnes distanziert sich vehement von der Bezeichnung als „Top-Talent“ und kündigt an, eine neue, reifere Rolle im DFB-Team einzunehmen. Das ist ein klares Signal an Bundestrainerin und Konkurrenz.

Eine reife, die über den rasen hinausgeht

Eine reife, die über den rasen hinausgeht

„Der Begriff passt auf mich nicht mehr so zu“, erklärte Brand gegenüber Sport1. Es sei nicht nur ihr Spielstil, der sich weiterentwickelt habe – sie sei auch „nicht mehr so verkopft“ wie früher. Diese Selbstreflexion, gepaart mit der Erfahrung, öffentliche Kritik, wie die von Ex-VfL Wolfsburg-Sportdirektor Ralf Kellermann, zu verkraften, hat sie zweifellos geprägt. Sie blickt zurück: „Am Anfang musste ich erst lernen, damit umzugehen, aber mittlerweile sehe ich es so, dass mich diese Erfahrungen zu der Spielerin gemacht haben, die ich heute bin.“ Eine Aussage, die mehr als nur Fußballerinnen-Talk ist; es ist die Geschichte einer jungen Frau, die aus Fehlern lernt und stärker daraus hervorgeht.

Doch Brand schaut nicht nur zurück, sondern auch nach vorn. Mit 71 Länderspielen im Rücken und dem Blick auf die WM 2027 in Brasilien ist das Ziel klar: ganz oben mitspielen. „Wenn wir das alles auf den Platz bringen und als Team mit unserer individuellen Klasse auftreten, dann sind wir auf jeden Fall in der Lage, ganz oben mitzuspielen“, so Brand. Die jungen Spielerinnen im Team bringen viel Talent und große Fähigkeiten mit, und Brand sieht in ihnen eine entscheidende Stütze für den zukünftigen Erfolg des DFB-Teams. Die Herrausforderung besteht darin, diese Potentiale zu bündeln und in Ergebnisse umzumüssen.

Die Qualifikation für das nächste große Turnier steht jedoch noch bevor. Am Dienstag in Nürnberg und am Samstag in der Sportschau geht es gegen Österreich – zwei entscheidende Spiele, in denen Brand und das DFB-Team zeigen müssen, dass sie bereit sind für den nächsten Schritt. Die Zeit der Talentrufe ist vorbei. Jetzt zählt nur noch Leistung.