Boykott-sturm trifft verona: ukraine und deutschland rebellieren gegen russland-start
Die Paralympics-Eröffnungsfeier in Verona droht zur Farce zu verkommen. Die Ukraine bleibt demonstrativ weg, der Deutsche Behindertensportverband (DBS) zieht nach – und das alles, weil sechs russische Athleten unter ihrer Flagge einlaufen dürfen.
Die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) vom September 2025, Kriegsteilnehmer Russland und Belarus wieder voll in den Sportzirkus zu integrieren, wirkt nun wie eine Bombe mit Verzögerungszünder. „Wir spüren die Empörung in den Teams“, sagt ein DBS-Insider. Die Stimmung kippte, als klar wurde: keine neutrale Weste, keine Olympic Athlete from Russia-Label – sondern rote, blaue, weiße Trikots, Hymne, Staatssymbole, alles wie vor 2014.

Die karte, die alles eskalierte
Kurz vor dem Boykott-Verdikt des IPC schürte ein weiterer Vorfall die Wut. Die Ukraine durfte ihre Original-Outfits nicht tragen – weil auf der Brust eine Kontur des eigenen Landes prangte, inklusive Krim. Das IPC zitierte Kleiderordnung, Paragraph politische Botschaften. Innerhalb von 24 Stunden musste ein neuer Anzug her. „Beschämend“, kommentierte Skeleton-Pilot Wladyslaw Heraskewytsch, der selbst schon wegen seines Anti-Kriegs-Helms olympisch ausgeschlossen wurde.
Die Eskalation ist auch ein Debakel für das IPC. Noch vor einer Woche hatte DBS-Präsident Hans Jörg-Michels versichert, man wolle „sportlich bleiben“. Dann meldeten sich Athleten, Sponsoren, die Bundesregierung. Die Argumentationskarte „Sport ist apolitisch“ zerfällt, sobald das Publikum Bilder von russischen Fahnen und ukrainischen Leerstellen sieht.
Verona wird am Freitag ein geteiltes Fest. Eine Hälfte der Arena feiert, die andere blickt demonstrativ weg. Die Athleten selbst stehen zwischen Fronten – und fragen sich, ob ihre Leistungen morgen noch jemand wahrnimmt oder nur noch die leeren Sitze im Foto der Eröffnung.
