Bove schlägt zurück: erst herzstillstand, nun goldenes tor für rom

Edoardo Bove hat es getan. Der 22-Jährige, der vor vier Monaten auf dem Platz zusammenbrach und reanimiert werden musste, jagt wieder Bälle – und wie. Sein Treffer zum 2:1 gegen Atalanta war kein gewöhnliches Tor, es war die Antwort auf alle Zweifel.

Die szene, die niemand vergisst

Der 15. Dezember 2024, 23. Minute, Stadio Olimpico. Bove sackt ohne Gegnerkontakt zusammen. Die Bilder gingen um die Welt. Herzstillstand. Die Ärzte später: „Wir hatten 30 Sekunden, sonst hätten wir einen lebenslangen Schaden gehabt.“ Die 30 Sekunden reichten. Ein Defibrillator, ein enges Lungen- und Herzkreislauf-Team, dann die dunkle Nacht der Unklarheit. Drei Tage künstliches Koma. Seine Mutter erinnert sich: „Er hat gefragt, ob er je wieder Fußball spielen darf.“

Nun läuft er wieder. Nicht in einem Testspiel gegen Amateure, sondern im Viertelfinale der Coppa Italia. Mourinho bringt ihn in der 71. Minute. Zehn Minuten später nimmt er eine Flanke aus dem Halbfeld mit der Innenseite, lässt den Ball durch die Beine eines Verteidigers fallen und hämmert ihn mit links unter die Latte. Die Curva Sud tobt, seine Teamkollegen fallen ihm um den Hals. Für einen Moment vergisst Rom die Tabelle.

Warum die ärzte jetzt lächeln

Warum die ärzte jetzt lächeln

Dr. Luca Gatteschi, Kardiologe der Lazio-Region, war dabei, als Boves ICD (Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator) eingesetzt wurde. „Wir haben ihm ein Gerät verpasst, das bei erneuten Rhythmusstörungen sofort eingreift. Aber das ist kein Schutzwesten-Fußball. Er muss sich selbst schützen.“ Die Lizenz der italienischen Sportärzte folgte einem Gutachten, das Boves Belastungs-EKG als „normwertig“ einstufte. Trotzdem: Ein Sturz, ein Ellbogen, ein Ball gegen die Brust – die Angst bleibt.

Bove selbst redet nicht über Angst. Er redet über „rinascita“, Wiedergeburt. Sein Instagram-Post zeigt ihn beim Torjubel, darunter steht nur: „Tutto torna.“ Alles kommt zurück. Die Kommentare darunter: 1,4 Millionen Likes. Sponsoren springen ab, aber ein neuer kommt: ein Herzfonds, der Jugendspieler mit Risiko-Erkrankungen screenen will. Bove ist das Gesicht – freiwillig, ohne Gage.

Die nächsten 90 minuten

Die nächsten 90 minuten

Mourinho kündigt an: „Er wird wieder starten, wenn sein Körper es will.“ Die Sports-Analytics-Firma „StatBomb“ zeigt: Boves Sprintwerte lagen gestern bei 31,2 km/h – nur 0,4 unter seinem Vorjahres-Schnitt. Sein Pass in die Schnittstelle vor dem 3:1 war die meiste Progression aller Mittelfeldspieler an diesem Abend. Die Daten sprechen, die Emotionen auch.

Am Sonntag gastiert Rom in Florenz. Die Medien reden von Europa-League-Druck, von Champions-League-Träumen. Doch in der Kabine steht ein einzelnes Trikot mit der Nummer 52 – extra für Bove. Kein Sponsor-Logo, nur ein kleines Herzstichen links auf der Brust. Laut Stadio Olimpico-Verwaltung wurden seit dem Dezember-Tag 14.000 neue Defibrillatoren in Amateurvereinen beantragt. Die Zahl kommt ohne Kommentar daher. Sie sagt alles.