Bosnien-helden feiern wm-qualifikation bis zum morgengrauen!
Sarajevo tobte! Nach dem sensationellen WM-Ticket gegen Italien feierten die bosnischen Nationalspieler Haris Tabakovic und Edin Dzeko die Qualifikation bis in die frühen Morgenstunden. Eine Party, die selbst den erfahrenen Dzeko nicht mehr stoppen konnte – und die jungehoffnungsvolle Karriere von Tabakovic nachhaltig prägte.

Ein idol, eine nacht, eine statue
Die Geschichte liest sich wie ein Märchen: Haris Tabakovic (31), der bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag steht, feierte mit seinem Idol Edin Dzeko (40) eine unvergessliche Nacht. Nach dem dramatischen Sieg im Elfmeterschießen gegen Italien (4:1), der Bosnien die Teilnahme an der Weltmeisterschaft sicherte, wurde gefeiert – erst vor 100.000 Fans auf einem Balkon in Sarajevo, dann im Hotel. „Edin hat ja noch um sieben Uhr morgens ein Live-Video geteilt“, lachte Tabakovic im Gespräch mit Sport BILD.
Doch die Geschichte von Tabakovic und Dzeko geht weit über eine wilde Feier hinaus. Sie sind zu den Gesichtern der bosnischen WM-Sensation geworden. Tabakovic, der bei Schalke 04 den wichtigen Ausgleichstreffer gegen Wales erzielte, und Dzeko, dessen Vorlage zum 1:1 gegen Italien führte, haben beide in den entscheidenden Momenten überzeugt – und beide verwandelten ihre Elfmeter sicher.
Tabakovic, der sich gerade in einem Management-Lehrgang der FIFA befindet, hält die Fußballlegende Dzeko für unersetzlich: „Edin sollte man in Bosnien eine Statue bauen! Er ist unser Kapitän, unser Anführer – in allen Belangen.“ Eine Anekdote verdeutlicht Dzekos außergewöhnlichen Charakter: „Gegen Wales schießt er das Tor und lässt sich dann freiwillig auswechseln, weil er merkt, dass die Kräfte schwinden und an den gemeinsamen Erfolg denkt.“
Die bosnische Offensive auf dem Weg zur WM
In Gruppe B der WM trifft Bosnien auf Kanada, Katar und die Schweiz. Dzeko, Tabakovic und Stuttgarts Ermedin Demirovic (28) sollen für die nötige Durchschlagskraft sorgen. Gegen Italien zeigten sie bereits, dass sie den italienischen Verteidigern zu viel körperlicher Kraft entgegenwirken konnten. „Wir haben sofort gemerkt, dass die Italiener gegen uns drei physisch starken Stürmer nicht mehr zwei gegen einen, sondern Mann gegen Mann verteidigen mussten“, so Tabakovic. „Wir fahren zur WM und wollen die K.o.-Phase erreichen.“
Während Tabakovic im Paralleluniversum gerade seine Führungsqualitäten bei der FIFA unter Beweis stellt – mit einem Bewerbungsgespräch per Video mit niemand anderem als Arsène Wenger – steht seine Zukunft bei Borussia Mönchengladbach auf der Kippe. Die finanzielle Situation des Vereins erschwert eine feste Verpflichtung, und die Konkurrenz durch Tim Kleindienst (30) ist groß. Tabakovic nimmt die Situation professionell: „Ich nehme für mich die Emotionalität aus der Situation und mache mir keine großen Gedanken, indem ich einfach weiter Vollgas für den Klassenerhalt und die WM gebe.“
Die beiden Sturmpartner, die räumlich nur knapp über 50 Kilometer trennen (Dzeko in Gelsenkirchen, Tabakovic in Düsseldorf), bleiben eng verbunden. „Wir hören uns sehr regelmäßig, weil wir uns zu jedem Tor gegenseitig gratulieren“, verrät Tabakovic, der kürzlich mit Dzeko und Nikola Katic (auch Schalke 04) ein gemeinsames Abendessen hatte.
Die bosnische Nationalmannschaft hat bewiesen, dass mit Teamgeist und Leidenschaft Großes möglich ist. Und mit Spielern wie Edin Dzeko und Haris Tabakovic – die nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits des grünen Rasens für Furore sorgen – steht Bosnien vor einer spannenden Zukunft.
