Borussia mönchengladbach in der krise: ehemalige stars warnen vor dem absturz
- Borussia mönchengladbach in der krise: ehemalige stars warnen vor dem absturz
- Druck vor dem heimspiel gegen union berlin
- Marco villa: geschlossenheit als schlüssel zum erfolg
- Bernd krauss: strukturelle probleme als ursache
- Mangelnde torgefahr und eine ausrechenbare mannschaft
- Defizite in kaderzusammenstellung und mentalität
- Polanski in der kritik, aber mit rückendeckung
- Fehlende „echte typen“ und ein appell an die mentalität
Borussia mönchengladbach in der krise: ehemalige stars warnen vor dem absturz
Die Lage bei Borussia Mönchengladbach spitzt sich zu. Nach sieben Spielen ohne Sieg steht der Verein sportlich und mental enorm unter Druck. Vor dem wichtigen Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag (ab 15:30 Uhr im LIVETICKER) äußern sich zwei ehemalige Vereinsgrößen besorgt über die aktuelle Entwicklung.
Druck vor dem heimspiel gegen union berlin
Der Tabellenplatz 14 ist für die Ansprüche von Borussia Mönchengladbach deutlich zu niedrig. Die Abstiegszone rückt näher, und die Unruhe im Umfeld ist spürbar. Das bevorstehende Spiel gegen Union Berlin ist daher von immenser Bedeutung. Ein Fehler darf sich die Mannschaft nicht mehr leisten, so die allgemeine Einschätzung.

Marco villa: geschlossenheit als schlüssel zum erfolg
Marco Villa, der von 1996 bis 1999 für die Fohlen spielte, beschreibt die Situation als „prekär, aber nicht angenehm“. Dennoch setzt er auf den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. „Ich hoffe, dass die Mannschaft gemeinsam mit Trainer Eugen Polanski die kommenden Spiele ähnlich erfolgreich bestreitet wie in der Hinrunde“, so Villa. Damals sammelte Gladbach viele Punkte und brachte sich in eine komfortablere Position.
Bernd krauss: strukturelle probleme als ursache
Deutlich schärfer fällt die Analyse von Bernd Krauss aus. Der ehemalige Trainer (1989/90) und Pokalsieger von 1995 sieht tieferliegende Probleme. Er ist nicht überrascht von der aktuellen Entwicklung und erkennt seit Jahren dieselben Muster. „Das Abwehrverhalten ist eine Katastrophe“, kritisiert er offen. Selbst in Überzahl fehle es an Entschlossenheit im Zweikampf.
Mangelnde torgefahr und eine ausrechenbare mannschaft
Krauss bemängelt zudem die fehlende Torgefahr aus dem Mittelfeld und die starke Abhängigkeit von einem einzelnen Stürmer. „Diese Mannschaft ist leicht auszurechnen“, urteilt er. Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „So wie sie verteidigen, braucht man in meinem Alter kein neues Knie.“
Defizite in kaderzusammenstellung und mentalität
Für Krauss liegt das Problem nicht nur im taktischen Bereich. Er sieht Defizite in der Kaderzusammenstellung, der Mentalität und der Hierarchie innerhalb der Mannschaft. Verantwortung werde zu selten übernommen, weder individuell noch kollektiv. Transfers seien in einer solchen Situation nur bedingt hilfreich. Die Abgänge von Spielern wie Luca Netz, Tomas Cvancara und Jonas Omlin in der Winterpause konnten bisher nicht ausreichend kompensiert werden.
Polanski in der kritik, aber mit rückendeckung
Krauss nimmt Trainer Eugen Polanski grundsätzlich in Schutz. Ein Coach aus den eigenen Reihen kenne den Verein und seine Strukturen. Dennoch fordert er klare Kante: „Polanski muss jetzt klare Kante zeigen, mit konsequenter Trainingsarbeit und notfalls auch unbequemen Maßnahmen.“ Villa warnt vor vorschnellen Trainerentscheidungen und plädiert für mehr Geduld.
Fehlende „echte typen“ und ein appell an die mentalität
Krauss beklagt das Fehlen von „echten Typen“ im Team, die auch einmal anecken. Er sieht die fehlende innere Stabilität als Ursache für die Tabellensituation. Wenn der zentrale Angreifer nicht trifft, gleicht das niemand aus. Ein Abstieg wäre für den Traditionsverein „sportlich und finanziell eine Katastrophe“, warnt er. Trotzdem gibt er die Hoffnung nicht auf: „Ich habe noch Hoffnung, dass wir in der Liga bleiben.“
