Boniface steigt wieder ins training ein – werder schöpft neue hoffnung
Victor Boniface zieht sich das grün-weiße Trikot über, und plötzlich atmet die Weser-Stadt auf. Drei Monate nach seiner Knie-OP meldet sich der Nigerianer zurück – nicht als Statist, sondern als möglicher Joker im Abstiegskampf.

Die woche, die alles ändern könnte
Am Dienstag startet Boniface seine erste individuelle Einheit auf dem Trainingsgelände an der Weser. Kein Teamkollege um ihn herum, nur Fitnesstrainer, Therapeut und der Ball. „Victor soll die gesamte Woche individuell trainieren“, sagt Peter Niemeyer, Werders Fußball-Chef. Der Plan: behutsam heranführen, dann Mannschaftstraining, dann vielleicht der Einsatz. Noch in dieser Saison.
Die Zahlen sind rau: elf Spiele, null Tore. Die Leihe aus Leverkusen galt als Rettungsanker, wurde zur Fußnote. Milan hatte ihn vorher durch den Medizincheck fallen lassen, Werder ging das Risiko – und kassierte. Dann das Knie, die Operation in Innsbruck, das Aus für Monate. Oder so dachten es alle.
Nun der Umschwung. Mit sieben Spieltagen bis Saisonende steht Werder auf Rang 14, nur zwei Punkte Luft zum Relegationsplatz. Keke Topp fällt mit Kreuzbandriss aus, Ducksch schwankt zwischen Form und Frust. Boniface könnte der Mann für die entscheidenden 90 Minuten werden – wenn das Knie mitspielt.
Die Uhr tickt. Am 16. Mai ist Saisonende, danach läuft der Leihvertrag aus. Für Boniface ist es die letzte Chance, sich in Bremen noch anders in Erinnerung zu bringen als als teurer Fehlgriff. Für Werder ist es die letzte Chance, dem Abstieg zu entkommen – mit einem Spieler, der eigentlich gar nicht mehr spielen sollte.
