Bonetti plaudert: 'boskov nannte uns 'mistkerle', mancini imitierte ihn'

Ivano Bonetti, ehemaliger Mittelfeldspieler von Juventus und Sampdoria, hat in einem Gespräch einige pikante Anekdoten aus seiner Karriere preisgegeben – und dabei einige Namen fallen lassen, die in der italienischen Fußballgeschichte einen besonderen Stellenwert haben. Von den strengen Methoden des Trainers Boskov bis zu den Ambitionen von Trapattoni, Bonetti offenbart einen Blick hinter die Kulissen des italienischen Fußballs der 80er und 90er Jahre.

Die anfänge in turin: bonipertis ungewöhnliche ratschläge

Bonetti erinnert sich an seine Zeit bei Juventus unter Giovanni Trapattoni. "Ich hatte so viele Erinnerungen, dass ich ein Buch schreiben könnte," beginnt er. Sein Debüt in der Serie A war geprägt von einem peinlichen Missverständnis mit dem damaligen Generaldirektor Boniperti. "Ich verwechselte Giuliano, den Generaldirektor, mit Boniperti und unterschrieb den Vertrag fälschlicherweise. Ich wurde ein Jahr lang deswegen ausgelacht!" Doch Boniperti selbst war ein Charakter von besonderer Art. "Er sagte mir ständig, ich solle heiraten und mir die Haare schneiden. Wir haben oft darüber gestritten, aber ich mochte ihn wirklich." Die Entscheidung, Juventus zu verlassen, fiel ihm schwer, obwohl er später von Trapattoni zurückgeholt werden sollte.

Trapattoni und die inter-option: ein wechsel, der nicht war

Trapattoni und die inter-option: ein wechsel, der nicht war

Bonetti betont, dass er sich in Genua bei Sampdoria wohlfühlte. "Ich spielte dort hervorragend und brauchte keinen Wechsel. Trapattoni wollte mich, aber Boniperti war skeptisch." Es gab sogar Angebote von Inter, die Trapattoni forcierte. "Boniperti riet mir, zu heiraten und mir die Haare zu schneiden, während Trapattoni davon träumte, mich nach Mailand oder zurück nach Turin zu holen!"

Michel platini: mentor und zigarren-genie

Michel platini: mentor und zigarren-genie

Die Zusammenarbeit mit Michel Platini bei Juventus war für Bonetti prägend. "Michel war fantastisch. Er verbrachte viel Zeit mit uns jungen Spielern, zündete gelegentlich eine Zigarette an und versteckte sie dann vor Trapattoni. Er verteilte auch Sponsorgelder an uns Jüngere – an Pioli, Bonini und mich. Er schätzte meine linke Fußtechnik und sagte: 'Wenn ich aufhöre, bist du an der Reihe.'"

Die unvergessliche freundschaft mit vialli: ein privatjet für die fans

Die unvergessliche freundschaft mit vialli: ein privatjet für die fans

Besonders hervorzuheben ist die enge Freundschaft zu Luca Vialli. "Luca war wie ein Bruder für mich. Wir waren unzertrennlich. Einmal wurden wir beide gesperrt und flogen trotzdem mit einem Privatjet zu einem Auswärtsspiel – sogar unsere Fans waren dabei! Luca war ein außergewöhnlicher Mensch." Bonetti und Vialli ergänzten sich auf dem Platz, Vialli mit seiner Präzision und Bonetti mit seinem unkonventionellen Spielstil.

Mantovani und boskov: ein präsident wie kein anderer, ein trainer mit humor

Mantovani und boskov: ein präsident wie kein anderer, ein trainer mit humor

Bonetti schildert das außergewöhnliche Verhältnis zu Sampdoria-Präsident Moise Mantovani. "Mantovani und Agnelli waren die größten Herren, denen ich in meiner Karriere begegnet bin. Mantovani wusste immer Bescheid, bot uns aber immer mehr, als wir verlangten. Er schrieb die Summe auf einen Zettel und das war das. Danach ging es um das Leben, nicht um Geld oder Fußball." Auch Trainer Boskov war eine besondere Persönlichkeit. "Er war ein unglaublicher Entertainer. Er nannte uns regelmäßig 'Mistkerle' und neckte uns. Mancini imitierte ihn perfekt. Einmal im Urlaub in Wembley gerieten wir in ein Zimmer voller Farbe und Mancini ging zum Trainer, um sich zu beschweren. Boskov antwortete: 'Du Mistkerl, geh zurück in dein Zimmer, wir reden morgen.' Mancini holte Mantovani dazu, der Boskov dann einen dicken Kopf gab."

Bonetti beendete seine Karriere in England und Schottland, wo er mit seinem Bruder als Co-Trainer arbeitete. Eine Karriere, die von Höhen und Tiefen, von prägenden Persönlichkeiten und unvergesslichen Momenten geprägt war. Und Bonetti, der Mann mit dem linken Fuß, der so oft zum Ziel traf, hat die Geschichte seines Lebens zu erzählen – eine Geschichte, die Fußballfans auf der ganzen Welt begeistern wird.