Bologna zittert sich zum sieg: skorupski humpelt, dallinga trifft – europa rückt näher

Der Mapei-Stadion bebte, aber nicht vor Freude. Es war die Anspannung von 90 Minuten, in denen sich das Europa-Ticket auf dem Rasen balancierte und der eine Torwart plötzlich auf dem Boden lag. Am Ende stand ein 1:0 für Bologna, ausgerechnet in der Phase, als ihr Schlussmann nur noch auf einem Bein stand. Dallinga traf früh, Skorupski rettete spät – und die Rossoblù haben die Konkurrenz jetzt im Nacken.

Dallingas blitz und die lange qual

5. Minute: Odgaards Schuss prallt ab, Dallinga dreht sich wie ein Kreisel und hämmert die Kugel unter die Latte. Danach? Ein einziges Pressen. Bologna spielt, Sassuolo gräbt, aber die berühmte zweite Lücke will einfach nicht fallen. Orsolini probiert es aus unmöglichen Winkeln, Moro zirkelt einen Freistoß knapp drüber – und immer wieder ist es Skorupski, der die Null hält. In der 7. Minute gegen Pinamonti, kurz vor der Pause mit einem Reflex gegen Cambiaghi. Das Statistik-Portal spuckt zur Pause 10:2 Torschüsse für Bologna aus, die Liga-App zeigt 63 Prozent Ballbesitz für Sassuolo. Zwei Gesichter, eine Wahrheit: Wer trifft, kann träumen.

Die zweite Hälfte wird zur Geduldsprobe. Italiano bringt Pobega und Bernardeschi, um die Räume kleiner zu machen. Grosso antwortet mit Volpato und Nzola, um die letzte Dosis Risiko zu erhöhen. 62. Minute: Volpato zieht ab, Skorupski fliegt. 84. Minute: Orsolini donnert aus 18 Metern, Muric pariert mit den Fingerspitzen. Dazwischen liegen 20 Minuten pure Nervosität, in denen sich die Emilia zum Schauplatz der kleinen Dramen macht.

Skorupskis schockmoment und ittalianos improvisierte notlösung

Skorupskis schockmoment und ittalianos improvisierte notlösung

87. Minute, da glaubt schon jeder an den Lucky Punch. Plötzlich humpelt Skorupski, das rechte Bein versagt. Kein Wechsel mehr möglich. Der Pole bleibt zwischen den Pfosten, zieht sich das Bandagengestell hoch und kommandiert seine Abwehr wie ein Feldherr mit gebrochener Stimme. Die letzten Minuten sind reine Gladiatorenkost: Bologna wirft sich in jeden Schuss, Sassuolo schickt Nzola, Berardi, Laurienté – aber der Ausgleich bleibt aus. Schlusspfiff, 1:0. Der Derby-Sieg, der vor einem Punkt Unterschied in der Tabelle die Europa-League-Träume wieder aufleben lässt.

Die Zahlen sind hart: Bologna springt auf Platz sieben, Sassuolo bleibt Zwölfter. Die Moral ist gnadenlos: Wer in der 93. Minute noch stehen kann, hat sich die Emilia gerocht. Der Rest ist Atemlosigkeit.