Bologna stolpert, brescia schnuppert: meisterschaft wieder offen

Die 23. Spieltag der Serie A hat die Tabelle wieder gerissen. Virtus Bologna verliert in Reggio Emilia, Brescia zieht in Trento mit Sieg auf zwei Punkte auf. Die Meisterschaft ist kein Déjà-vu mehr.

Reggio emilia entblößt die spitze

Die Unbeatable-Story von Bologna hielt genau 22 Spieltage. Dann kam Sergio Scariolo mit seiner Grissin Bon auf den Boden der Emiglia. 83-78, ein Ergebnis, das lauter spricht als jede Pressekonferenz. Bolognas Defense wirkte wie ein Offenen-Bar-Chat: jeder fand eine Lücke. Für Reggio war es der fünfte Sieg in Folge – kein Team ist aktuell heißer.

Brescia nutzte den Patzer sofort. Fliegt man nach Trento, erwartet man Schneesturm, nicht aber einen Offensivorkan. 97-85, Saisonbestwert für die Rückrunde, und die Leonessa schleicht sich wieder in Titelgegend. Vier Spiele bleiben, zwei Punkte fehlen – das Rennen lebt.

Am tabellenende wird es eng und teuer

Am tabellenende wird es eng und teuer

Treviso schläbt Cremona mit 81-79 und schickt Cantú in Albtraumnähe. Das Kellerduell wird zum Preis-Verbrenner: Wer unten landet, muss den Gang in die Serie A2 antreten – ein Schock, der Millionen kostet. Tortona fegt Cantú mit 94-71 weg und macht Chapman zur „One-Night-König“: 26 Punkte, 12 Rebounds, 7 Assists – Zahlen, die wie ein Lebenslauf klingen.

Mailand feiert sich selbst. 90 Jahre Olimpia, 90 Sekunden Applaus zur Halbzeit, 90 Jahre Legenden im Parkett. Dann kommt das Spiel: 89-81 gegen Sassari, Feste und Pflicht erledigt. Die Piazza bleibt im Playoff-Rennen, Venezia und Reggio kleben mit gleichem Konto daran – drei Teams, ein Ticket.

Varese verliert seele und punkte

In Neapel herrscht Karneval Mitte März. 103-79, Saison-Höchstwert für i Partenopei, fünfte Niederlage in Serie für Varese. Die Gegenseite trifft wie aus Automaten, das Publikum singt, die Krise ist beendet – zumindest für eine Nacht. Varese hingegen wirkt wie ein Team, das vergessen hat, wofür es spielt.

Die Klasse der 23. Runde? Brekkot Chapman, der in Tortona eine Show abliefert, die selbst Mitspieler verdutzt lässt. Andrea Miaschi aus Trieste liefert das italienische Statement: 19 Punkte, 5/7 Dreier, ein Hauch von Nationalteam.

Die Tabelle ist ein lebendes Dokument. Erstplatzierung und Abstiegsplatz nur zwei Siege auseinander – das ist keine Liga, das ist ein Thriller mit offenem Ende. Nächstes Wochenende könnte Brescia an der Spitze stehen, Bologna erstmals seit Wochen jagen. Der Countdown läuft, und keiner traut sich auf die letzte Seite zu blättern.