Bologna schockt cagliari vor mittag: italiano rotiert, pisacane setzt auf folorunsho

Um 12.30 Uhr fliegt der Ball im Renato Dall'Aara – und beide Trainer müssen improvisieren. Bologna verliert mit Samuele Rowe und Tommaso Cambiaghi zwei Topkräfte, Cagliari reist mit einer Not-Elf an. Das Resultat: zwei Startaufstellungen, die kaum jemand vorher auf dem Zettel hatte.

Pessina statt ravaglia – italiano erfindet sich neu

Vincenzo Italiano nimmt das Durcheinander als Chance. Der Coach setzt auf Andrea Pessina zwischen den Pfosten, obwohl Ravaglia zuletzt sicher stand. Vor ihm bilden Helland und Lucumí das neue Innenverteidigungs-Duo, außen verteidigen De Silvestri und Miranda. Das Mittelfeld formieren Sohm, Freuler und Moro – ein Dreieck, das Ballbesitz und Umschalten gleichzeitig garantieren soll. Vorne wirbeln Berardeschi und Dominguez an den Flügeln, während Jens Odgaard als falsche Neun die Kette sprengen will.

Die Personalie Odgaard ist dabei das größte Risiko. Der Däne traf in dieser Saison erst zweimal, doch seine Laufwege öffnen Räume für die zweite Welle. Italiano setzt auf Explosivität statt Erfahrung – ein Signal an die Reservebank: „Wer brennt, spielt.“

Cagliari setzt auf folorunsho – und sonst nichts

Cagliari setzt auf folorunsho – und sonst nichts

Auf der Gegenseite reagiert Fabio Pisacane mit einer 4-3-2-1, die sich kaum aussprechen lässt. Caprile im Tor, vor ihm die Viererkette Zé Pedro–Mina–Dossena–Obert. Die Mittellinie besetzt Deiola als Sechser, flankiert von Gaetano und Adopo. Die Überraschung: kein klassischer Doppelsturm, sondern Palestra und Sebastiano Esposito als hängende Spitzen hinter Michael Folorunsho.

Folorunsho ist Cagliaris letzte Hoffnung. Der Neapolitaner kam im Winter, schoss bisher vier Tore – und soll heute vor Mittag die Abwehr von Bologna einzeln zerlegen. Hinter ihm lauern Gaetano und Adopo auf zweite Bälle, während die Außenverteidiger sofort nachrücken. Pisacane will den Gegner überspielen, nicht überlaufen.

Die stunde der reservisten

Die stunde der reservisten

Beide Teams brauchen Punkte für unterschiedliche Träume: Bologna drängt auf die Conference-League-Ränge, Cagliari will den Klassenerhalt endgültig sichern. Die Direktduelle der Verfolger laufen heute Abend, wer jetzt liefert, legt den Grundstein für den Endspurt.

Die Zahlen sprechen für die Hausherren: Bologna gewann fünf der letzten sieben Heimspiele, Cagliari holte auswärts nur einen Punkt aus den letzten fünf Partien. Doch der frühe Anstoß zerstört Routinen. Wer um halb eins kickt, braucht andere Körperuhren – und genau darauf setzen heute die Trainer.

Kurz vor dem Anpfiff steigt die Spannung. Die Curva Nord skandiert „Fino alla fine“, die sardischen Fans antworten mit „Forza Casteddu“. Die Sonne über Bologna brennt, der Rasen glüht. In 90 Minuten wissen wir, ob die Experimente aufgehen – oder ob das Mittagsspiel mal wieder die Logik sprengt.