Böllerwurf auf wienand: täter aus ludwigshafen gefasst

Ein 50-jähriger Mann aus Ludwigshafen sitzt jetzt im Visier der Ermittler – und das verdient er sich redlich. Nach dem erschreckenden Vorfall beim Drittliga-Spiel Rot-Weiss Essen gegen Waldhof Mannheim am Mittwochabend hat die Essener Polizei den mutmaßlichen Täter identifiziert und vorübergehend festgenommen. Die Videokameras rund ums Stadion haben ihn verraten.

Was in der 53. minute wirklich passierte

Torwart Felix Wienand ging nach einer Explosion zu Boden. Schiedsrichter Lennart Kernchen unterbrach die Partie sofort und schickte beide Mannschaften in die Kabinen – ein Bild, das man im deutschen Fußball nicht sehen will, aber offenbar immer öfter sieht. RWE bestätigte anschließend: Wienand erlitt ein Knalltrauma und eine akute Belastungsreaktion. Kein Kleinkram. Das sind Verletzungen, die einen Menschen nachhaltig treffen können.

Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Der Täter wurde laut Polizeisprecher unmittelbar nach der Tat durch Auswertung von Videomaterial außerhalb des Stadions aufgegriffen. Schnelle Reaktion – das muss man den Behörden diesmal lassen.

Waldhof zweifelt an der darstellung – und das ist bemerkenswert

Waldhof zweifelt an der darstellung – und das ist bemerkenswert

Während RWE die Fakten klar auf den Tisch legt, reagiert der SV Waldhof Mannheim mit einer Stellungnahme, die zumindest Fragen aufwirft. Der Klub räumt zwar eine Aufarbeitung ein, bestreitet aber den Böllerwurf als solchen: Es habe sich lediglich um eine einzelne Böllerzündung in der letzten Reihe der Gästetribüne gehandelt – kein Wurf aufs Spielfeld, so der Verein. Eine Unterscheidung, die juristisch vielleicht relevant ist. Für Wienand, der mit Knalltrauma vom Platz musste, dürfte sie herzlich wenig Trost bieten.

Ob Wurf oder Zündung vor Ort: Ein Mensch wurde verletzt. Die Ermittlungen laufen. Und ein 50-Jähriger aus Ludwigshafen muss sich jetzt vor der Justiz verantworten – für einen Moment, der dem deutschen Fußball erneut vor Augen führt, wie fragil die Sicherheit auf den Rängen tatsächlich ist.