Bocholt vor dem knall: pokal-sieg schürt hoffnung, velbert wartet

Der 1. FC Bocholt lebt wieder. Nach dem 1:0 gegen Rot-Weiß Oberhausen im Niederrheinpokal schwappt Selbstvertrauen durch das Hünting – und genau das braucht die Mannschaft von Trainer René Lewejohann am Samstag im Kellerduell gegen die SSVg Velbert.

Lewe-johanns harte woche war's wert

Der 42-Jährige übernahm im Winter ein Team, das nach vier Spielen nur zwei Punkte hatte. Die Ergebnisse stimmten nicht, die Körpersprache auch nicht. Lewejohann stellte um, redete Klartext – und ließ die Spieler nicht mehr in die Flucht nach vorne schießen, sondern in die Zweikampfzone. Der Lohn: drei ungeschliffene Siege in Folge, davon zwei im Pokal.

Die Wende kam mit dem Elfmeter von Dominik Dittmar in der Verlängerung gegen Oberhausen. Plötzlich funktionierte auch in der Liga das 4-2-3-1, plötzlich traf Marius Klöckner doppelt gegen Fortuna Köln. Die Niederlage war trotzdem, aber das 2:3 war kein K.o., sondern eine Ansage: Wir gehören nicht ans Tabellenende.

Velbert reist mit revier-angst an

Velbert reist mit revier-angst an

Die Gäste sammelten nach der Winterpause zwölf ihrer 20 Zähler, doch auf fremdem Platz holten sie nur einen Sieg. Lewejohann hat die Zahlen im Kopf, er spricht nicht vom „Endspiel“, sondern vom „nächsten Schritt“. Seine Devise: „Wir bleiben bei uns, kicken nicht rum, sondern setzen die Basics um.“ Das bedeutet: früher Ballgewinn, schnelles Umschalten, Timmy Thiele als Target im Zentrum.

Die Rechnung ist simpel: Gewinnt Bocholt, springt das Team auf Relegationsplatz 14 und hat fünf Punkte Vorsprung auf Velbert. Verliert Bocholt, rutscht es auf den letzten Tabellenplatz. Ein Unentschieden wäre halb so wild – aber auch nur auf dem Papier. Denn danach wartet mit MSV Duisburg im Pokalhalbfinale der nächste Hochkaräter. 3.276 Karten sind weg, die Stadt schwappt über vor Fußball-Fieber.

Lewe-johann lächelt kaum, er trägt Trainingsjacke und Funktionshose, als wäre er selbst 90 Minuten auf dem Rasen. „Wir haben den Ernst der Lage früh angesprochen“, sagt er und streicht sich durch den kurzen Haarschopf. „Jetzt wissen die Jungs: Fußball kann ein einfacher Sport sein, wenn man effizient ist.“ Die Zebras aus Duisburg werden mitentscheiden, ob das Hünting im Mai erstmals seit 1994 wieder DFB-Pokal-Luft schnuppert. Doch vor der Kür steht die Pflicht. Und die heißt: Velbert besiegen, den Abstiegsstrudel verlassen – und dann darf der Pokal-Koller kommen.