Blueco 22 brennt geld: 724 millionen verlust für double-traum mit chelsea und straßburg
Todd Boehly und Clearlake wollen Geschichte schreiben – und schreiben stattdessen rote Zahlen. Blueco 22, das Multiklub-Konstrukt hinter Chelsea und dem RC Straßburg, steckt nach nur drei Jahren so tief in der Kreide wie kaum ein Sport-Holding zuvor. 724,5 Millionen Euro Verlust 2024/25, plus 54 % gegenüber dem Vorjahr. Die Rechnung für den Traum, zwei Conference-League-Titel hintereinander mit zwei verschiedenen Klubs zu gewinnen.
Chelsea verliert 307 millionen – und das in einer saison ohne große trophäen
Die Blues müssen den Gürtel enger schnallen, aber sie kaufen weiter wie verrückt. Die Gehaltsmaschine läuft auf Hochtouren: 685 Millionen Euro Personalkosten, Squad-Cost-Ratio bei 107 % – weit jenseits der 70 %-Grenze der UEFA. Die Amortisation für Transfers klettert auf 264,5 Millionen, während die Einnahmen nur müde 3 % zulegen. Der Klub lebt von Plusgeschäften wie dem Verkauf des Frauenteams für 234 Millionen Euro und dem Stamford-Bridge-Hotel für 89,5 Millionen, um die Bilanz kurzfristig zu frisieren.
Doch der sportliche Erfolg lässt auf sich warten. Nach der Conference-League-Krönung und dem Club-World-Cup-Titel folgte die Ernüchterung: Keine Champions-League-Qualifikation, kein Trainer-Stillstand, kein Plan. Enzo Maresca ist weg, Liam Rosenior rüber aus Straßburg – und die Lizenz für Europa hängt am seidenen Faden.

Straßburg dient als talentschmiede – und kostet trotzdem fast 100 millionen an löhnen
Die Idee klang einfach: Französische Rohdiamanten reifen lassen, dann nach London weiterleiten. Die Realität: Ligue-1-Tv-Gelder brechen ein, Umsatz sinkt 21 % auf 35,4 Millionen, doch der Gehaltszettel wächst um 40 %. Der Klub schafft trotzdem die Conference-League-Quali, generiert 35 Millionen Transferplus – Rekord für den Elsässer Traditionsklub – und liefert mit Rosenoir sogar den neuen Chelsea-Coach.
Die Pipeline funktioniert, aber sie ist teuer. Seit der Übernahme hat Straßburg bereits 63 Millionen an Spielerverkäufen kassiert, doch die laufenden Kosten fressen jeden Gewinn. Das Modell „Farm-Club“ wird zur Geldmaschine in umgekehrter Richtung.

Frauenfußball als rettungsanker – ohanian und antetokounmpo einsteigen
Chelsea Women ist der dritte Pfeiler des Imperiums. Die Abspaltung brachte 234 Millionen und lockte Stars wie Reddit-Gründer Alexis Ohanian oder NBA-Superstar Giannis Antetokounmpo als Investoren. Die Budgets liegen bei über 20 Millionen Euro, die Einnahmen bei 13,5 Millionen – ein Wachstum, das aber nicht mit den Ausgaben mithalten kann. Der Frauenfußball soll langfristig profitabel werden, kurzfristig dient er als Finanzspritze für die Herren.
Doch selbst dieser Kreativ-Deal reicht nicht, um das Loch zu stopfen. Blueco 22 hat in zwei Jahren über eine Milliarde Euro verbrannt, die Cash-Reserven schmelzen, und die UEFA schaut genau hin. Die nächste Transferperiode wird zur Zerreißprobe: Weiterkaufen und das Regelwerk riskieren oder verkaufen und den sportlichen Traum begraben?
Die Antwort liegt in Straßburg. Gewinnt der RCS die Conference League, dürfte Boehlys Holding den zweiten Titel in Folge feiern – und wahrscheinlich direkt danach den nächsten Verlust verkünden. Sportlicher Triumph, finanzielle Tragödie. Beides ist möglich. Beides ist Blueco 22.
