Blomberg jagt dortmund – die hbf spielt verrückt
Die HBF wirbelt in der Endphase durch. Blomberg kann heute Nacht die Tabellenführung klauen, die Flames wollen Rang drei sichern und unten tobt ein Abstiegs-Krimi, der sich gewaschen hat.
Blomberg reist mit sechserpack nach halle
HSG Blomberg-Lippe hat 24 Stunden Zeit, um Borussia Dortmund unter Druck zu setzen. Gewinnt die Mannschaft von Coach Nuria Bucher heute Abend (19.00 Uhr, Live-Ticker) beim SV Union Halle-Neustadt, steht sie vorübergehend auf Platz eins – Dortmund muss dann am Mittwoch gegen Oldenburg nachlegen. „Wir fahren mit einem guten Gefühl“, sagt Bucher, „unser Fokus liegt auf zwei Punkten, nicht auf Rechnerei.“ Das Fernduell mit Dortmund ist die Saison-Dauerbaustelle: In drei Tagen treffen beide Teams zum dritten Mal aufeinander, diesmal mit wechselndem Heimrecht.
Halle-Neustadt hat eigene Sorgen. Die Wildcats liegen mit acht Punkten auf dem ersten Abstiegsplatz, müssen zumindest die Play-off-Ränge 5 bis 11 erreichen, um den Klassenerhalt halbwegs selbst zu bestimmen. Gegen Blomberg kassierten sie in der Hinrunde eine 24:30-Pleite, Revanche ist Pflicht.

Flames wollen den dritten platz einbunkern
HSG Bensheim/Auerbach empfängt heute (18.00 Uhr) Buxtehuder SV und kann mit einem Sieg Rang drei fixieren. Die Flames haben die Champions-League-Quali vor Augen, unten lauert der Thüringer HC, der nur zwei Punkte dahinter liegt. „Wir brauchen mindestens einen Zähler aus den restlichen Spielen, um den Abstand zu halten“, fordert Trainerin Kim Naidzinavicius. Buxtehude wiederum ist im Flow: Nach der Länderspielpause wollen die Hanseaten den achten Platz verteidigen, dahinter schnurren Göppingen, Zwickau und Halle-Neustadt mit je acht Zählern.
BSV-Coach Nicolaj Andersson schwärmt vom Gegner: „Bensheim funktioniert als Team, hat aber auch Einzelkönnerinnen, die ein Spiel allein drehen.“ Die Pause habe seiner Truppe nicht gepasst. „Wir hätten lieber weitergespielt, aber jetzt müssen wir den Schalter wieder umlegen.“

Schwaben-derby mit play-off-charakter
TuS Metzingen trifft auf Frisch Auf Göppingen – beide haben noch Hoffnung auf Rang sieben. Metzingen muss auf Charlotte Cholevova verzichten, Göppingen setzt auf Kreisläuferin Viola Leuchter und Tempo-Tore nach Wurfparaden. „Sie kämpfen um jeden Zentimeter“, warnt Metzingens Trainerin Miriam Hirsch, „wir müssen mit geballter Kraft dagegenhalten.“
Zwickau reist mit Rückenwind nach Neckarsulm: Das 27:27 gegen Oldenburg reichte, um die rote Laterne an Halle abzugeben. Doch Neckarsulm zittert vor Personalsorgen: Kamila Kordovska, Munia Smits und Angunn Gudmestad fallen langfristig aus, Lilli Holste und Alessia Riner fehlen seit Wochen. „Hinter uns liegt eine echte Scheiß-Woche“, sagt Trainer Matthias Zeitz, „solche Phasen gehen an keiner Mannschaft spurlos vorbei.“

Mittwoch wird zum finaltag
Vor dem letzten regulären Spieltag am Karsamstag stehen noch zwei Nachholtermine an: Thüringer HC gegen Zwickau und Dortmund gegen Oldenburg. Für Dortmund heißt es: gewinnen und abwarten, was Blomberg macht. Für Zwickau: Punktgewinn oder Relegationsangst. Die HBF liefert das Drama – bis zur letzten Sekunde.
Die Tabelle lügt nicht: Zwischen Platz drei und zwölf trennen nur fünf Punkte. Die Entscheidung fällt in den nächsten sieben Tagen. Wer schafft den Sprung nach oben? Wer rutscht in den Abstiegsstrudig? Keine Mannschaft kann durchatmen. Die HBF bleibt ein Pulsmesser – und der Puls ist auf 180.
