Bijlow rettet genoa – und sich selbst: der niederländer spielt sich zurück in oranje

Justin Bijlow weint nicht mehr. Seit 2022 schlägt er sich mit Verletzungen, verlor den Platz im Feyenoord-Tor und damit auch die Nationalmannschaft. Jetzt, nach sechs Spielen in Genua, steht der 26-Jährige wieder auf dem Rasen – und auf dem Radar von Ronald Koeman.

De rossi wollte einen fußballer, keinen bloßen keeper

Daniele De Rossi suchte im Winter keinen klassischen Schlussmann. Er wollte einen Libero mit Handschuhen, der 70-Meter-Pässe schlägt wie Ederson und in der 52. Minute vorne mitkontert. Rui Patrício war zu alt, Bento zu teuer – da kam Bijlow ins Spiel, der seit 2006 ausschließlich für Feyenoord spielte und deshalb genau diese Fußball-Schule mitbrachte. Die Leihgebühr: 500.000 Euro. Die Klausel: 8 Mio. Euro, falls Genoa die Klasse hält. Nach dem 1:1 in San Siro zieht niemand mehr die Kreditkarte zurück.

Der Niederländer traf in Pegli auf ein Trio, das ihn sofort integrierte: Leali organisierte die Sprache, Siegrist die Taktik, Sommariva den Kaffee. Kevin Strootman schaute am ersten Training vorbei, klopfte Bijlow auf die Schulter und sagte: „Endlich spielst du wieder, Kumpel.“ Drei Tage später stand Bijlow gegen Monza zwischen den Pfosten – und hielt die Null.

Die statistik lügt nicht: 2,3 paraden pro 90 minuten

Die statistik lügt nicht: 2,3 paraden pro 90 minuten

Bijlows PSxG+-Wert liegt seit seiner Ankunft bei +0,42 – nur Michele Di Gregorio (Monza) und Yann Sommer (Inter) sind besser. 76 % seiner Pässe landen beim Mitspieler, 11 Mal startete er bereits einen Ball hinter die Kette der Gegner. Gegen die Nerazzurri entschärfte er Lautaro Martínez zweimal per Fußabwehr, bevor er den Ball mit der Hand sicherte. Die Kurve der Genoa-Fans sang sein Namen, die Roma-Scouts notierten sich ein Fragezeichen hinter Rui Patrício.

Die Verletzung gegen AZ Alkmaar – Kreuzband, Meniskus, Tränen – liegt 26 Monate zurück. Bijlow trainiert jetzt mit Extra-Gewichten an den Handgelenken, um die Reaktion zu schärfen. Sein Ziel: Die EM 2024 ist vorbei, die Nations League nicht. „Wenn ich 15 saubere Spiele mache, bin ich wieder dabei“, sagte er nach dem Spiel gegen Udinese. Es klang nicht wie ein Wunsch, sondern wie eine Ankündigung.

Genoa holte in seinen ersten sechs Partien mit Bijlow elf Punkte – ohne ihn waren es vier aus sieben Spielen. Die Serie A ist kein Selbstbedienungsladen, aber der Abstand zu Cagliari beträgt bereits sieben Zähler. Der Griff nach unten wird lockerer, der Blick nach oben schärfer. Und wenn der Grifone nächste Woche Atalanta empfängt, darf Norton-Cuffy wieder rechts ran – ein englischer Flügel für einen niederländischen Keeper. Der Kreis schließt sich, das Tor nach Oranje steht offen.