Biathlon-schock: hettich-walz beendet karriere nach olympia-enttäuschung
Ein Traum zerplatzt, eine Ära geht zu Ende: Janina Hettich-Walz (29), eine der prägenden Figuren des deutschen Biathlons, hat nach ihrem Comeback aus der Babypause und der enttäuschenden Olympiasaison in Mailand und Cortina das Aus angekündigt. Die geburtenbedingte Pause und die anschließende Rückkehr in den Weltcup, mit dem festen Ziel einer Medaille, scheinen nun doch eine Sackgasse zu sein.
Die bittere wahrheit hinter dem mutigen plan
Hettich-Walz’ Entscheidung ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, welchen Kraftakt sie in den vergangenen zwei Jahren vollbracht hat. Nach der Geburt ihrer Tochter kehrte sie nicht nur in den Weltcup zurück, sondern kündigte offen den Olympia-Goldtraum an. Doch der Weg zurück an die Spitze war steinig. Die Enttäuschung über das verpasste Ziel ist groß, wie sie im Gespräch mit dem SWR verriet: „Die Enttäuschung war schon sehr groß. Zu verarbeiten, dass man in der Karriere diesen Traum nicht erreichen wird, war nicht so einfach.“
Kolleginnen zeigten ihr Respekt für diese außergewöhnliche Leistung. „Die größte Resonanz von anderen Sportlerinnen war: ‚Krass, dass du das gemacht hast, ich könnte mir das während der Karriere nicht vorstellen.‘“ Zu Recht, denn Schwangerschaft, Babypause und Comeback sind ein Marathon, kein Sprint. Die Athletin selbst beschreibt es als „hartes Stück Arbeit“.

Ein blick zurück: höhen und tiefen einer karriere
Sportlich gesehen war die Saison zwiegespalten. Hettich-Walz bewertete ihre Leistung mit einer „Zwei bis Drei“ im Gesamten. Ihre Stärke lag klar im Laufen, wo sie eine „Eins bis Zwei“ erreichte, während das Schießen mit einer „Fünf“ zu kämpfen hatte. Die Trefferquote sank von einst stolzen 87,7 Prozent auf 82,4 Prozent. Ein deutlicher Rückgang, der ihre Ambitionen auf eine Medaille im Olympiabereich zunichte machte.
Dennoch darf man ihren größten Erfolg, die Silbermedaille im Einzelrennen bei der WM 2024 in Nove Mesto, nicht vergessen. Ein Moment, der ihre Karriere nachhaltig prägte und den Beweis ihrer Klasse erbrachte.
Die Entscheidung, ihre Karriere zu beenden, ist auch durch den Wunsch nach einer Familie begründet. „Ich möchte irgendwann ein weiteres Baby, und mit zwei Kindern kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen“, so Hettich-Walz. Die Zeichen stehen auf Familie, nicht mehr auf Wettkämpfe. Noch ein, vielleicht auch noch zwei Jahre – und dann kommt das Ende.
Die gebürtige Deutsche verabschiedet sich damit auch von der Chance auf eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2030. Ein endgültiger Abschied von der großen Bühne, der den Traum einer ganzen Generation von Biathlon-Fans platzen lässt.
