Bezzecchi jagt den nächsten sieg – marquez will die serie stoppen

Am Sonntag (29. März, 20:00 Uhr Ortszeit) rollt die MotoGP-Welt in Austin wieder an – und mit ihr die Frage: Schafft Marc Marquez seinen achten Sieg auf dem Circuit of the Americas, oder verlängert Marco Bezzecchi den Traumlauf der Aprilia-Revolution?

Marquez gesteht: „letztes jahr war ich schneller“

Der Spanier kam zur Pressekonferenz mit offenem Visier. Kein PR-Spruch, kein Lächeln. „Vor zwölf Monaten hatte ich eine andere Form, das zeigen die Daten“, sagt er knapp. Die Nacken-OP nagt noch. Austin ist seine Bahn, doch die ersten beiden Sektoren sind brutal physisch. „Ich weiß nicht, ob mein Körper das durchhält.“ Sein bestes Ergebnis 2026: Platz vier in Rio. Eine Vorstellung, die ihn selbst nicht reicht.

Die Lenovo-Ducati funkt auf den langen Runs nicht. Geschwindigkeit ist da, Konstanz fehlt. „Wir nähern uns“, betont er, „aber Aprilia ist im Moment das Maß aller Dinge.“ Die Warnung an Bezzecchi: „Ich habe die beste Maschine und das beste Team. Ich werde ihn stoppen.“

Bezzecchi lächelt und lädt die kanone neu

Bezzecchi lächelt und lädt die kanone neu

Der Italiener wirkt wie ein Radrennfahrer vor der Tour: entspannt, aber mit messerscharfen Blick. Vier Siege in Folge, Tabellenführer. „Texas ist ein neues Kapitel“, sagt er und wischt die Statistik beiseite. „2024 gewann Vinales hier mit Aprilia, aber das Bike war ein anderes.“ Er kennt die Schwäche von Marquez auf dem Kartenpapier, nicht im Kopf. „Marc ist in Austin ein Monster, ich habe hier noch nicht mal annähernd so viele Siege wie er.“

40 Rennen bis zum Finale – Sprint und GP zusammengerechnet. Bezzecchi pfeift drauf. „Ich will einfach nur jede Session top absolvieren. Wer denkt, schon Meister zu sein, verliert an Geschwindigkeit.“ Sein Ziel klingt simpel, ist aber ein Seitenhieb gegen alle, die schon mit Titelrechnungen wirbeln.

Di giannantonio will oben bleiben

Di giannantonio will oben bleiben

Fabio Di Giannantonio schlurft mit VR46-Kappe ins Mikro. Zweiter im Sprint, Dritter im Rennen – Goiania war seine beste Show seit Jahren. „Der erste Sektor hier ist wie ein Motocross-Parcours“, strahlt er. „Und die Lackierung meines Teams ist einfach ein Hingucker.“ Er redet nicht über Meisterschaften, sondern über Duelle. „Mit Marquez zu fighten, war das reinste MotoGP-Kino. Genau das wollen die Fans sehen – und das wollen wir fahren.“

Die Frage ist nicht, wer in Austin gewinnt. Die Frage ist: Wer überlebt die nächsten 20 Rennwochenenden mit Haut und Haar? Die Antwort liefern die Biker selbst – bei 340 km/h in Kurve 1.