Bezzecchi fegt saison-start weg: drei rennen, drei siege – aprilia-star dominiert motogp

Drei Grand Prix, drei Siege – Marco Bezzecchi lässt die Konkurrenz alt aussehen. Der Italiener schickt sich an, die Saison 2026 schon im Frühjahr zu entscheiden.

Am Sonntag verwandelte er das beschauliche Mailänder Autodrom in seine persönliche Rennbahn. Start-ziel-Sieg, trocken, souverän, gnadenlos. Die Aprilia RS-GP schien auf Schienen zu gleiten, während Fabio Quartararo und Francesco Bagnaia nur die Rücklichter des 25-Jährigen sahen. Nach 24 Runden lag Bezzecchi 4,3 Sekunden vor dem nächsten Verfolger – eine Ewigkeit in der MotoGP.

Warum bezzecchi trotzdem mit 72 fährt

Die 72 auf dem Kühlerblech irritiert Fans seit Jahren. Die wahre Nummer des Riders ist die 12 – jene, die er schon in der Moto3 trug. Doch als er 2019 ins VR46-Team einstieg, war die 12 vergeben. Er griff zur 72, weil die Grafik im Fahrerlager fast identisch aussieht. Die zwölf trägt er trotzdem: als winziger Finger-Tattoo-Ring. „Wenn ich könnte, würde ich morgen wieder die 12 wählen“, sagt er nach dem Rennen. Die Liga prüft derzeit, ob ein Wechsel noch in dieser Saison möglich ist.

Die Zahlen sprechen ohnehin für sich: 75 von 75 möglichen Punkten, fünf schnellste Rennrunden in Folge, bisher kein einziger Fahrfehler. Kein Italiener war je so schnell zu Beginn einer Meisterschaft – nicht einmal Valentino Rossi 2003.

Der snowboarder mit rubik’s cube im kopf

Der snowboarder mit rubik’s cube im kopf

Was die Boxengasse kaum wahrnimmt: Bezzecchi beherrscht zwischen den Sessions einen 3×3-Würfel in unter 18 Sekunden. Die Fingerfertigkeit übersetzt sich direkt in präzise Gasannahmen. Und wenn der Grand-Prix-Zirkus Pause macht, fliegt er lieber nach Sankt Moritz als nach Dubai. „Board statt Beach“, lautet seine Devise. Das Training auf der Piste verschafft ihm ein schier unnatürliches Gleichgewicht, sagt er. Die Dateningenieure bestätigen: Seine Querneigung in Kurve 11 von Jerez lag im vergangenen Jahr bei 64 Grad – Rekord.

Die VR46 Academy feiert den Schützling längst als Aushängeschild. Aldo, Giovanni e Giacomo schickten ihm nach dem Gestern ein Video, in dem sie auf italienisch rufen: „Marco, jetzt hol dir den Thron!“ Der Thron ist die Weltmeisterschaft. Und der scheint nur noch Formsache zu sein.

Bezzecchi selbst schaltet sofort zurück. „75 Punkte sind 75 Punkte, aber die Saison hat noch 18 Rennen.“ Dabei huscht ein Grinsen über sein Gesicht, das verrät: Er glaubt keiner Silbe davon.