Betis-debakel: var-fehler verhinderte roten karton für amrabat!

Ein fragwürdiger VAR-Eingriff und eine verpasste Chance für den Schiedsrichter Cordero Vega sorgten am Sonntag im Estadio de La Cartuja für hitzige Diskussionen. Der technische Ausschuss der Schiedsrichter (CTA) räumte nun ein, dass die Entscheidung, Amrabat nach einem rücksichtslosen Foulspiel nicht die rote Karte zu zeigen, schlichtweg falsch war – ein Fehler, der den Spielverlauf maßgeblich beeinflusst haben könnte.

Die strittige szene im detail

Die strittige szene im detail

Im Spiel zwischen Betis und Oviedo kam es in der 38. Minute zu einer Situation, die selbst erfahrene Fußballkenner vor ein Rätsel stellt. Amrabat, der Mittelfeldspieler von Betis, riss Thiago, einen Spieler von Oviedo, am Boden nieder, als dieser auf das Tor zulief. Der Schiedsrichter auf dem Feld ließ das Spiel laufen, und auch nach Konsultation des VAR blieb er bei seiner Entscheidung. Er begründete dies damit, dass der Ball bereits die Torlinie überschritten hatte, als Amrabat den Kontakt hatte – somit sei kein Elfmeter möglich gewesen.

Doch der CTA sieht das anders. Zwar stimmt es, dass der Ball bereits im Aus war, als Amrabats Stollen das Bein von Thiago trafen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Aktion selbst mit einer roten Karte hätte geahndet werden müssen. Die Intensität des Tritts war derart hoch, dass sie die körperliche Unversehrtheit des Gegenspielers ernsthaft gefährdete. Die Bilder zeigen deutlich, wie Amrabat mit voller Wucht auf Thiago einstürzte.

“Der Verteidiger des Heims stürzte sich in die Interaktion mit dem gegnerischen Stürmer und traf ihn mit seinen Stollen am Knöchel mit hoher Intensität. Es ist wichtig zu beachten, dass sich der Ball zum Zeitpunkt des Kontakts außerhalb der Spielfeldgrenzen befand”, so der CTA in seiner Erklärung. “Regeltechnisch ist es dabei unerheblich, ob der Kontakt innerhalb oder außerhalb des Feldes stattfindet. Entscheidend ist, ob der Ball im Spiel ist.”

Die Disziplinarordnung sei von der technischen Sichtweise zu trennen, betonte der CTA weiter. Auch wenn der Ball bereits aus dem Spiel war, entbinde das Amrabat nicht von der Verantwortung für sein Verhalten. Der Schiedsrichter hätte die rote Karte zeigen müssen, unabhängig von der Ballposition.

Die Entscheidung des Schiedsrichters, lediglich einen Eckstoß zu verordnen, wird nun scharf kritisiert. Es scheint, als hätte der VAR-Eingriff in diesem Fall eher Verwirrung gestiftet als Klarheit gebracht. Es ist ein Lehrstück dafür, dass auch bei modernster Technologie menschliches Urteilsvermögen gefragt ist.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob dieser Fehlentscheid den Ausgang des Spiels beeinflusst hat. Betis gewann das Spiel mit 1:0. Ob Oviedo mit einem kompletten Mann mehr das Blatt gewendet hätte, bleibt reine Spekulation. Fest steht jedoch: Der VAR-Fehler hat die Debatte über die Qualität der Schiedsrichterleistungen in Spanien neu entfacht und die Forderung nach mehr Transparenz und Konsequenz in den Vordergrund gerückt.