Betis spürt in argentinien und brasilien nach: 10-millionen-transfer bahnt sich an

Sevilla schläft nicht. Während Europa noch wintert, fliegen die Scouts von Real Betis durch Südamerika – und kommen mit heißen Namen zurück. Mikel Amondarain, 21, und Kaiki Bruno, 23, stehen auf der Shortlist, der Klub hat schon erste Anfragen platziert.

Der plan: ricardo rodríguez ersetzen und das mittelfeld verjüngen

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Manu Fajardo, Sportdirektor des Klubs, lässt keine Zeit verstreichen. Er weiß: Verliert Betis den Schweizer Linksverteidiger ablösefrei, muss ein Nachfolger bereitstehen. Kaiki Bruno lieferte beim 2:0-Sieg von Cruzeiro gegenAtlético Mineiro die Antwort – 75 Miniten Tempo, zwei Vorlagen, ein Torbeteuerter Laufweg, der selbst Ancelotti aufmerken ließ. Der Flügelspieler war kurz zuvor erstmals in Brasiliens A-Nationalteam berufen worden. Sein Vertrag läuft bis 2027, die Ausstiegsklausel liegt bei umgerechnet 10,5 Millionen Euro. Ein Scouting-Bericht, der diese Woche in Heliópolis landete, attestiert ihm „explosive erste fünf Meter“ und „unermüdliche Rückwärtsarbeit“.

Zwischen den Linien sucht Betis einen jungen Abräumer. Amondarain hat in Argentinien schon den Spitznamen „El Pulpo“ – die Krake – wegen seiner langen Beine und der Fähigkeit, jeden zweiten Ball zu klammern. Estudiantes plante ursprünglich, den Mittelfeldspieler im Sommer aufzublasen. Dann kam das Angebot aus Sevilla: drei Millionen Euro für 80 % der wirtschaftlichen Rechte. Red Bull und City Football Group hatten zuvor nur heimlich telefoniert, Betis legte jetzt schon Geld auf den Tisch.

Die Kasse stimmt nur, wenn Betis die Champions-League-Tür aufstoßt. Momentan steht die Mannschaft einen Punkt hinter Real Sociedad auf Platz fünf. Ein Sprung unter die Top Vier würde die Einnahmen um mindestens 50 Millionen Euro erhöhen – genug, um beide Zielspieler zu finanzieren und zusätzlich noch einen Backup-Stürmer zu verpflichten.

Die Südamerika-Reise ist deshalb kein Luxus, sondern Notwehr. In Argentinien sitzt man auf einer riesigen Talentschmiede, die seit Jahren unter dem Radar Europas arbeitet. Brasilien wiederum produziert Außenverteidiger, die längst nicht mehr nur dribbeln, sondern auch verteidigen. Betis will zukaufen, bevor die Preise steigen – und bevor andere Klubs die Akten auf den Tisch bekommen.

Kaiki oder Nazinho, Amondarain oder ein anderer Pivote: Am Ende entscheidet die Tabelle. Aber eins ist klar – wer im Mai noch in der Europa-League-Zone steht, kann im Juli nicht mit kleinen Brötchen backen kommen. Betis arbeitet heimlich, schnell und teuer. Die nächste Saison beginnt jetzt, 10 000 Kilometer entfernt.